Grüne Wien/Aslan, Kunrath: Stadt Wien muss Giftgasangriff auf Halabja als Völkermord anerkennen
Der Angriff auf die kleine irakisch-kurdische Stadt Halabja im Jahr 1988 war der bis dahin weltweit größte Giftgasangriff auf ein bewohntes Gebiet: Mindestens 5.000 der 40.000 Einwohner:innen starben an diesem Tag, weitere 10.000 wurden schwer verletzt. „Noch heute haben die Opfer und ihre Nachkommen mit Spätfolgen wie chronischen Krankheiten, Unfruchtbarkeit, Geburtsschäden und psychischen Belastungsstörungen zu kämpfen. Halabja darf nicht vergessen werden“, sagt Berivan Aslan, Menschenrechts- und Integrationssprecherin der Grünen Wien.
„Viele Staaten beurteilen den Angriff mit Senfgas als einen der verheerendsten Giftstoffanschläge seit dem 1. Weltkrieg. Einige europäische Staaten haben den grausamen Massenmord bereits politisch verurteilt – Österreich muss hier nachziehen. In Österreich gab es bereits fünf Jahre nach dem Angriff die seinerzeitige „Kurdenhilfe“, die den Aufbau eines Krankenhauses vor Ort unterstützt hat. Damals ein guter erster Schritt“, sagt Nikolaus Kunrath, Menschenrechtssprecher der Grünen Wien.
Am 16. März 1988 um 11 Uhr morgens warfen irakische Kampfflieger unter dem diktatorischen Saddam-Regime 100-Liter-Bomben mit Senfgas und anderen chemischen Kampfstoffen auf Halabja. Heute, 35 Jahre nach dem Angriff, ist das Gebiet um Halabja einer der ärmsten Teile der bestehenden kurdischen Autonomieregion Kurdistan. In vielen Dörfern fehlt es an grundlegender Infrastruktur, an sauberem Wasser und an ausreichender Gesundheitsversorgung. Spätfolgen des Giftgaseinsatzes wie Krebs sowie Haut- und Atemwegserkrankungen, können nicht entsprechend behandelt werden. Es fehlt jedoch nicht nur an Unterstützung, sondern auch an internationaler Aufarbeitung und Anerkennung des Völkermordes an der kurdischen Bevölkerung.
„Die Anerkennung des Völkermordes durch die Menschenrechtsstadt Wien ist ein wichtiger Schritt für Gerechtigkeit, Solidarität und die Wertschätzung der Opfer sowie ihrer Angehörigen. Dieses klare politische Signal hilft, ähnliche Gräueltaten in Zukunft zu verhindern. Es ist ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern und den Hinterbliebenen“, sagt Berivan Aslan abschließend.
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