Finanzmärkte 2022 besonders herausfordernd: Pensionskassen verweisen auf Langfristergebnis
Noch ist kein Ende der Verwerfungen auf den weltweiten Finanzmärkten in Sicht. Die Ursachen sind vielschichtig: die Covid-19-Pandemie, der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine – zudem Lieferkettenprobleme, die Energie-Krise und eine enorm hohe Inflation. Im Unterschied zum ersten Jahr der Covid-19-Pandemie, als sich die Märkte nach den Einbrüchen im Frühjahr bis zum Herbst erholt hatten, markieren die Finanzmärkte dieses Jahr noch immer auf Tiefständen. Dieser Entwicklung können sich auch die heimischen Pensionskassen nicht entziehen. Sie vermelden zum dritten Quartal 2022 eine Performance von -9,73 Prozent.
„Das ist ein äußerst schwieriges Jahr für die Veranlagung der Pensionskassen. Auch die Zeichen für das 4. Quartal stimmen wenig optimistisch. Die Pensionskassen versuchen aber auch in diesem Umfeld das bestmögliche Ergebnis für ihre Kunden zu erzielen“, so Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensions- und Vorsorgekassen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). „Gerade in schwierigen Jahren darf man nicht vergessen, dass betriebliche Altersvorsorge über Jahrzehnte angespart wird. Hier können wir trotz mancher schlechter Jahre auf eine Langfrist-Performance von jährlich Plus 5,37 Prozent verweisen.“
System ist resilient: Reservekanister gut gefüllt
Das heimische Pensionskassen-System verfügt zudem für die selten, aber doch vorkommenden Jahre mit negativer Performance, über ein wichtiges Zusatz-Instrument für die Berechtigten: So werden von den heimischen Pensionskassen in guten Anlagejahren Rückstellungen gebildet, die sich mit dem Reservekanister eines Fahrzeuges vergleichen lassen. Damit können Schwankungen auf den Finanzmärkten zumindest abgefedert werden. Der Obmann des Fachverbandes Andreas Zakostelsky dazu: „Wir haben in den letzten Jahren die Reservekanister gut gefüllt. Damit können wir das zu erwartende Ergebnis des Jahres 2022 abfedern.“
Über den Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen
Der Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen ist die gesetzliche Vertretung aller Pensionskassen und Betrieblichen Vorsorgekassen. Er ist Teil der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich.
Bei Pensionskassen zahlen Arbeitgeber aufgrund eines freiwillig abgeschlossenen Pensionskassenvertrages monatlich Beiträge für ihre Arbeitnehmer ein, diese können zusätzlich ebenfalls in die Pensionskasse einzahlen. Die Beiträge werden veranlagt und ab Pensionsantritt als lebenslange Zusatzpension ausbezahlt. Die Betrieblichen Vorsorgekassen sind das einzige flächendeckende System kapitalgedeckter Vorsorge, da 1,53% der Bruttolohnsumme monatlich vom Arbeitgeber einbezahlt werden (Abfertigung neu) und somit eine wichtige Säule als Ergänzung zur staatlichen Pension bilden.
Derzeit sind fünf überbetriebliche und drei betriebliche Pensionskassen sowie acht Betriebliche Vorsorgekassen Mitglied im Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen.
Insgesamt vertritt der Verband über 4 Millionen Anwartschafts- und Leistungsberechtigte und veranlagen die Pensions- und Vorsorgekassen über 43 Milliarden Euro – sie sind die größten privaten Pensionszahler in Österreich. (PWK409/JHR)
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