Fiaker: Über 300 Rechtsverstöße allein im August
An 14 Tagen im August musste der VGT insgesamt 315 Verstöße gegen das Wiener Fiakergesetz, die Fiaker-Betriebsordnung und das Tierschutzgesetz feststellen. Die häufigsten Verstöße waren dabei das zu zeitige Auffahren auf die Standplätze, was für die Pferde eine zusätzliche Verlängerung der ohnehin viel zu langen Arbeitszeit bedeutet. Außerdem gab es zahlreiche Fälle von Überbelegung der Standplätze. Auch das Schweifanbinden, das eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Tiere darstellt, wurde mehrmals dokumentiert. Der VGT hat den Behörden eine ausführliche Dokumentation dieser Übertretungen übergeben.
Leider zeigen die Fiaker keine große Einsicht für ihr offensichtlich rechtswidriges Verhalten. So deckten einige Fiakerfahrer:innen ihre Kennzeichen ab, um Anzeigen für Verstöße zu entgehen – was wiederum gegen die Fiakerbetriebsordnung verstößt. Andere versuchten, das Dokumentieren aktiv zu verhindern und beleidigten Passant:innen und Tierschützer:innen auf geschmackloseste Weise. Dies entspricht nicht dem höflichen, besonnenen Verhalten, das Fiaker laut Fiakerbetriebsordnung im Fahrdienst an den Tag legen sollten und wird ebenso zur Anzeige gebracht.
VGT-Fiaker-Campaigner Georg Prinz dazu: „Die Fiaker dürfen zentrale öffentliche Plätze für ihre privaten Unternehmungen verwenden, sie erhielten zweimal großzügige Corona-Förderungen. Seit 2016 gab es auch keine dringend benötigte gesetzliche Nachschärfung mehr. Da wäre es doch das mindeste, sich an die Verordnungen und Gesetze der Stadt Wien zu halten. Wie lange lassen sich Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky und Verkehrsstadträtin Ulli Sima noch von den Fiakern auf der Nase herumtanzen? Eine Reduktion der momentan rechtswidrig überbelegten innerstädtischen Standplätze würde auch den Pferden zugute kommen. Laut einer aktuellen Umfrage fordern 80 Prozent der Österreicher:innen eine Reduktion des Fiakerbetriebs in der Innenstadt."
Der VGT fordert echte Konsequenzen für diesen respektlosen Umgang mit dem Fiakergesetz sowie eine Reduktion der Standplätze in der Innenstadt und kürzere Arbeitszeiten für die Pferde.
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