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Quantitativer Survey zu den Corona-Protesten

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Wien (OTS) – Die politische Mobilisierung gegen die staatlichen Maßnahmen der Covid-19 Pandemie ist nun seit über einem Jahr im Gange. Mit dem Ziel mehr über die Corona-Proteste und die Protestteilnehmer:innen zu erfahren, gründete sich im Dezember 2020 die Forschungswerkstatt Corona-Proteste als universitätsübergreifender Forschungszusammenhang zwischen der Universität Wien und der Sigmund Freud PrivatUniversität. Die Forschungswerkstatt verfolgt einen Mixed-Methods-Ansatz bestehend aus einem bereits abgeschlossenen quantitativen Survey und noch laufenden qualitativen Interviews und Protestbeobachtungen.

Im Zuge der Pandemie sind die regelmäßigen Corona-Proteste zu einem öffentlich wahrnehmbaren und gesellschaftlich mobilisierten Ausdruck von „unzufriedenen“ Bürger:innen geworden. Insbesondere zum vorläufigen Höhepunkt der Proteste zu Beginn diesen Jahres wurde in der Öffentlichkeit kontrovers über die Legitimität, die gesundheitspolitischen Konsequenzen, die Gewaltbereitschaft, aber auch über das Verhältnis der Bewegung zu Verschwörungsnarrativen und zum Rechtsextremismus diskutiert. Umso dringlicher ist es, mehr Klarheit über die Zusammensetzung der Teilnehmer:innen und ihre Einstellungsmuster zu schaffen. Der hier vorgestellte Bericht legt die Ergebnisse eines Online-Surveys offen, im Rahmen dessen Mitglieder verschiedener einschlägiger Telegram-Gruppen zu Beginn des Jahres 2021 zu ihrer Teilnahme an den Corona-Protesten befragt wurden.

Die Grundauswertung des Surveys zeigt, dass wir es mit einer Protestbewegung zu tun haben, die stark von Frauen (64,1%) geprägt ist und an der überproportional viele freiberufliche bzw. selbstständig Beschäftigte (33,1% der Lohnabhängigen) und Menschen mit hohem Bildungsabschluss (33,6% Studienabschluss, 27,6% BHS- oder AHS-Abschlüsse) partizipieren. Das politische Profil der Protestierenden setzt sich überwiegend aus drei Lagern zusammen:
30,2% der Befragten gaben an, bei der letzten Nationalratswahl die FPÖ, 20,5% die Grünen und 20,2 % die ÖVP gewählt zu haben. Nach der künftigen Wahlentscheidung gefragt, zeichnet sich ein deutlicher Ruck nach rechts ab: 56,7% würden demnach die FPÖ wählen.

Im Hinblick auf die in der Bewegung geteilten Einstellungen wird deutlich, dass die von der Bundesregierung verhängten Maßnahmen fast einhellig abgelehnt werden: Diese seien willkürlich (93,2%) und überwiegend unwirksam (93,2%), zudem herrscht die Meinung, dass die Regierung unnötig Angst schüre (99,6%) und das Coronavirus nicht gefährlicher als eine herkömmliche Grippe sei (78,6%). Weit verbreitet sind ferner Verschwörungsnarrative bspw. rund um die Regierung, die Corona zur Kontrolle und Überwachung der Bevölkerung ausnutze (89,1%) sowie esoterisches Denken: 67,9% der Befragten stimmen z.B. der Aussage zu, dass die natürlichen Selbstheilungskräfte ausreichend seien, um das Coronavirus zu bekämpfen. Schließlich findet das populistische Klagen über eine Regierung, die der Bevölkerung die Wahrheit verschweige (84,7%) und das Volk bevormunde (97,3%) unter den Befragten weite Verbreitung. Hinsichtlich rechtsautoritären Denkens streut das Antwortverhalten der Befragten hingegen stärker: Dass zu viel Rücksicht auf Minderheiten genommen werde, denken 26,1% (bei 35,6% teilweiser Zustimmung), und 19,4% der Befragten fühlen sich „wegen der vielen Muslime“ manchmal fremd im eigenen Land (27,6% stimmen teilweise zu). Expliziter Antisemitismus wird von 16,2% der Befragten vertreten und weitere 24,5% sind immerhin teilweise der Ansicht, dass der Einfluss der Juden auf die Politik auch heute noch zu groß sei.

Der gesamte Bericht ist über folgenden Link frei abrufbar:
[https://doi.org/10.31235/osf.io/25qb3]
(https://doi.org/10.31235/osf.io/25qb3)

Weitere Informationen zur Studie:
https://www.ots.at/redirect/sfu3
oder https://www.ots.at/redirect/univie4

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