Kindergrundsicherung: Kampf der Kinderarmut
Klagenfurt (OTS) – „Dass Kinder nicht in Armut leben müssen, sollte das vorrangige Ziel unserer gesamten Gesellschaft sein. Denn wie die Erfahrung zeigt, sind Kinder aus einkommensschwachen Haushalten häufig ihr gesamtes Leben lang selbst von Armut bedroht, zudem leiden sie unter fehlenden sozialen wie kulturellen Entwicklungsmöglichkeiten und Ausgrenzung. Darum kann es nur heißen:
Entschlossen gegen Kinderarmut vorzugehen, denn die Schwächsten in unserer Mitte brauchen besonderen Schutz und Unterstützung“, rief SPÖ-Klubobmann Herwig Seiser heute im Rahmen der Aktuellen Stunde der Landtagssitzung zum Thema Armut auf. „Mit der Armut von Kindern in einem der reichsten Länder der Erde muss im 21. Jahrhundert endlich Schluss sein!“
Seiser verwies auf ein von der Volkshilfe erarbeitetes Modell für die Kindergrundsicherung und stellte dessen Grundzüge zur Diskussion:
„Es handelt sich um eine kindzentrierte Leistung, die mehr Chancengleichheit und Fairness in die Gesellschaft bringt und Kindern bessere Entwicklungsmöglichkeiten in vielerlei Hinsicht garantieren soll. Mit diesem Modell wäre die Kinderarmut in Österreich de facto abgeschafft“, so Seiser.
Die Höhe der Kindergrundsicherung richtet sich nach dem Familieneinkommen. Bis 20.000 Euro jährlich gibt es 625 Euro pro Kind und Monat. Mit steigendem Einkommen der Eltern erfolgt eine Abschmelzung des Höchstbetrages, ab 35.000 Euro Jahreseinkommen gibt es 200 Euro pro Kind. Davon würden österreichweit 1,5 Millionen Kinder profitieren.
Besonders warnte Seiser die Bundesregierung davor, die sozialen Leistung, wie beispielsweise Mindestsicherung und Notstandshilfe, zurückzufahren. Das würde die Armutsgefährdung in Österreich sprunghaft ansteigen lassen, was natürlich auch Kinder in horrendem Ausmaß betreffen würde. Auch die Krankenkassenreform wird sich als Brandbeschleuniger für die Armut erweisen und Unterschiede im Zugang zu moderner Medizin zementieren – bis hin zur drei-Klassen-Medizin.
„Wir brauchen vielmehr ein Österreich, in dem Kinder ohne Angst vor dem Morgen Kinder sein können“, schließt Seiser.
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