Schön, schöner, „kulturMontag“ am 22. Oktober: Monothematische Sendung über Schönheit
Wien (OTS) – Der von Martin Traxl präsentierte „kulturMontag“ am 22. Oktober 2018 um 22.30 Uhr in ORF 2 geht sehr unterschiedlichen Aspekten des Themas Schönheit auf den Grund. So beleuchtet die Sendung den Schönheitsbegriff an sich, den Persönlichkeiten wie u. a. Starfotografin Elfie Semotan oder die langjährige Opernball-Grande-Dame Lotte Tobisch aus ihrer Sicht definieren. Weiters geht es um die Vermessung der Schönheit, zu der Ästhetik-Forscher Helmut Leder sowie Philosophin und Künstlerin Elisabeth von Samsonow zu Wort kommen. Außerdem geht es u. a. um die demnächst beginnende Ausstellung „Beauty“ von Stefan Sagmeister und Jessica Walsh im Wiener Museum für angewandte Kunst – Sagmeister, der in New York lebende österreichische Großmeister des Grafikdesigns, ist zu Gast im Studio. Anschließend an das Magazin steht die dazu passende neue Dokumentation „Die Schönheit ist ein wildes Tier. Kunst und Ästhetik“ (23.20 Uhr) von Ines Mitterer über die Bewertung und Wahrnehmung des Begriffs Schönheit in der Kunst auf dem Programm.
Die Macht der Schönheit
Wer über Schönheit sinniert, kommt unweigerlich auf Immanuel Kant zurück. Doch was ist eigentlich schön? Nach Auffassung des preußischen Philosophen basieren ästhetische Urteile auf ganz privaten, subjektiven Empfindungen des Gefallens oder der Abneigung. Über ihr ganz persönliches Ideal von Schönheit erzählen die international erfolgreiche Fotografin Elfie Semotan, die sich seit Jahrzehnten auf eigenwillige Weise mit Modefotografie beschäftigt – einer Sparte, die sinnbildlich für standardisierte Schönheit steht –, weiters die Grande Dame des Wiener Opernballs, Lotte Tobisch, der österreichische Künstler TOMAK, dessen Werke international Beachtung finden, und die in Wien und Mainz lebende ukrainische Schriftstellerin Marjana Gaponenko.
Die Vermessung der Schönheit
Der Mensch ist ständig auf der Suche nach dem Schönen. Aber warum? Was passiert mit uns, wenn wir etwas schön finden? Wird da durch einen Reiz ein Reflex ausgelöst und unser Gehirn in Glückshormonen gebadet, wie etwa beim Sex oder beim Essen? Oder brauchen wir für das ästhetische Erleben höhere kognitive Funktionen – ganz nach Immanuel Kant?
In der mittelalterlichen Philosophie wird die Schönheit noch als Attribut Gottes gesehen, neben dem Guten und der Wahrheit. In der Neuzeit wird die Schönheit bereits im Gebiet der Ästhetik verhandelt. Schönheit ist letztlich eine Geschmacksfrage, jedoch auch erklärbar, herstellbar und messbar. Albrecht Dürer hat die perfekten Proportionen eines Menschen vermessen, auch Leonardo da Vincis „Vitruvianischer Mensch“ folgte bereits dem Prinzip des „Goldenen Schnitts“. Und doch sind Schönheitsideale ein Produkt der jeweiligen Zeit und Kultur – manifestiert in Zeichnungen, Ölgemälden, Fotografien, Filmen und sozialen Medien. Das Rätsel der Schönheit entschlüsseln die Philosophin Elisabeth von Samsonow und Ästhetik-Forscher Helmut Leder.
Austrian Beauty – Stefan Sagmeisters Ausstellungsprojekt
In der Kunstszene gilt sie seit Langem als No-Go, sich mit Schönheit zu befassen ist nicht wirklich en vogue. Dem weltberühmten Designer Stefan Sagmeister ist das aber ziemlich egal. Nach seiner intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Glück hat der gebürtige Vorarlberger gemeinsam mit Jessica Walsh die Schönheit erforscht. Mit ihrem faszinierenden Ausstellungsprojekt „Beauty“ im Wiener MAK liefern die beiden ein multimediales, höchst sinnliches Plädoyer für die Lust am Schönen. Nahezu im gesamten 20. und 21. Jahrhundert war und ist Schönheit im Designdiskurs eher negativ besetzt. Dieser Antipathie setzen Sagmeister & Walsh beeindruckende Argumente entgegen und machen Schönheit als einen zentralen, funktionalen Aspekt ansprechender Gestaltung erlebbar. Ein Mix aus eigens für die Ausstellung produzierten Installationen und Beispielen aus Produktdesign, Stadtplanung, Architektur und Grafikdesign animiert zum Sehen, Riechen und Fühlen. Unterstützt von Erkenntnissen aus der psychologischen Ästhetik treten die beiden Künstler den Beweis an, dass schön gestaltete Arbeiten die menschliche Wahrnehmung stimulieren und damit besser funktionieren. Stefan Sagmeister ist live zu Gast im Studio.
Neue Dokumentation „Die Schönheit ist ein wildes Tier. Kunst und Ästhetik“ (23.20 Uhr)
Schönheit, das war in den vergangenen Jahrzehnten eine verpönte Bewertungskategorie. Ein Kunstwerk soll aufregen, Tabus brechen, nicht „schön“ sein! Allzu schnell herrscht Kitschverdacht, allzu schnell gilt ein „schönes“ Kunstwerk als gefällig und damit unbedeutend. Dabei war Ästhetik im 19. Jahrhundert eine maßgebliche Kategorie, nicht zufällig ist von den schönen Künsten – les beaux arts – die Rede. Nun orten manche Künstlerinnen und Künstler eine Rückkehr der Schönheit. Ist an dieser These etwas dran? Die ORF-Dokumentation von Ines Mitterer begibt sich auf Spurensuche nach Rom und Florenz und bittet u.a. den Philosophen Konrad Paul Liessmann und Kunststar Ólafur Elíasson zu Wort.
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