Welt-Parkinson-Tag 2026: Steigende Fälle, wachsender Handlungsbedarf
Am Welt-Parkinson-Tag am 11. April macht die Österreichische Parkinson-Gesellschaft (ÖPG) darauf aufmerksam, wie wichtig das Thema Parkinson heute ist. Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, die weltweit immer mehr Menschen betrifft. Deshalb sind Vorbeugung und Hilfen für Betroffene besonders wichtig.
Die ÖPG veranstaltet jedes Jahr einen Info-Tag für Menschen mit Parkinson und ihre Familien an verschiedenen Orten in Österreich. In diesem Jahr findet die Veranstaltung am 10. April in Linz statt. Dort erklären Expert:innen verständlich neue Behandlungsmöglichkeiten und Forschungsergebnisse. Danach gibt es Zeit, sich persönlich auszutauschen.
Mehr Infos gibt es unter: www.parkinson.at
In Österreich leben derzeit etwa 25.000 bis 30.000 Menschen mit Parkinson. Die Zahl wächst, weil die Menschen länger leben. „Parkinson zählt als chronische Erkrankung zu den größten globalen Herausforderungen für Gesundheitssysteme und Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, die Betreuung und Versorgung von Betroffenen gezielt weiterzuentwickeln“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg Weber, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN).
Parkinson entsteht, wenn bestimmte Nervenzellen im Gehirn, die Dopamin produzieren, langsam sterben. Besonders betroffen ist die Substantia nigra. Typische Anzeichen sind Zittern, Bewegung wird langsamer, Muskeln fühlen sich steif an und es gibt Probleme bei Balance und Gang. Forscher finden immer mehr heraus, was Parkinson verursacht: Neben der Veranlagung durch Gene spielen Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung und Pestizide eine Rolle.
Die Behandlung besteht aus verschiedenen Teilen. Medikamente werden genau auf die Person abgestimmt. Zusätzlich helfen Physio-, Ergo- und Logopädie, psychologische Unterstützung und Selbsthilfegruppen. Bewegung ist sehr wichtig, denn Studien zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen kann. Wenn Medikamente nicht mehr gleich gut wirken oder Nebenwirkungen zeigen, gibt es technische Hilfen wie tragbare Pumpensysteme oder die sogenannte tiefe Hirnstimulation, die individuell eingesetzt werden.
Zugang zu neuen Therapien bleibt wichtig
Parkinson kann noch nicht geheilt werden, aber die Forschung macht Fortschritte. Neue Erkenntnisse, besonders über genetische Ursachen, bringen Hoffnungen für bessere Therapien. Weltweit laufen viele Studien, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen oder ganz zu stoppen. Außerdem werden neue Behandlungen entwickelt, die Symptome verringern und das Leben der Betroffenen verbessern. „Entscheidend ist, dass diese Fortschritte auch in Österreich schnell und für alle Patienten zugänglich sind – dafür braucht es mehr Forschung und die Übernahme der Kosten für wirksame Therapien“, betont Priv.-Doz.in Dr.in Regina Katzenschlager, Präsidentin der ÖPG.
Parkinson tritt zwar meist im höheren Alter auf, kann aber auch jüngere Menschen treffen – oft in Phasen, in denen sie beruflich und privat mit vielen Aufgaben belastet sind. Männer sind etwas öfter betroffen als Frauen. Das kann an Hormonen, Genen und verschiedenen Umwelteinflüssen liegen.
„Vorbeugung wird immer wichtiger. Dazu gehört, schädliche Umweltfaktoren wie Pestizide und schlechte Luft weiter zu reduzieren. Auch auf sich selbst achten durch Sport, Bewegung, gesunde Ernährung und regelmäßige Arztbesuche hilft. Erste Forschungen zeigen auch, dass Infektionen das Risiko erhöhen könnten und Impfungen schützend wirken – hier wird weiter geforscht“, erklärt Dr. Katzenschlager.
Forschung bringt neue Möglichkeiten
Die internationale Forschung konzentriert sich darauf, Parkinson früher zu erkennen und besser zu behandeln – besonders durch individuelle Behandlungen auf Basis genetischer Erkenntnisse. Auch die Betreuung durch verschiedene Fachleute wie Pflegekräfte und Therapeut:innen wird verbessert. Neue Medikamente und moderne Techniken zur Behandlung werden immer früher eingesetzt, was den Betroffenen mehr Lebensqualität schenkt.
Große Parkinson-Infoveranstaltung in Linz
Am 10. April 2026 findet in Linz eine große Veranstaltung für Betroffene, Angehörige und Interessierte statt. Organisiert wird sie mit der regionalen Selbsthilfegruppe. Neben Fachvorträgen gibt es viel Gelegenheit zum persönlichen Gespräch und Austausch.
Datum: 10.04.2026, 11:00 – 15:00 Uhr
Art: Vorträge und Diskussionen
Ort: Festsaal Neues Rathaus
Hauptstraße 1-5
4041 Linz
Österreich
Weitere Informationen und Anmeldung: https://www.parkinson.at