So sabotiert die Bundesregierung deine Impfung – Apotheken werden komplett übergangen! | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

So sabotiert die Bundesregierung deine Impfung – Apotheken werden komplett übergangen!

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Wer in Österreich mehr Menschen impfen möchte, muss vor allem die Impfberatung durch Ärztinnen und Ärzte besser machen und ein gutes, elektronisches Impfregister einführen. So kann man die Leute rechtzeitig an ihre Impfungen erinnern. Länder wie Dänemark oder Portugal zeigen, wie das funktionieren kann: Wenn Menschen eine Einladung zur Impfung bekommen, fühlen sie sich unterstützt und nicht allein gelassen. Genau so ein systematischer Wandel ist in Österreich nötig.

Die österreichische Bundesregierung setzt momentan vor allem auf die Maßnahme „Impfen in der Apotheke“, um die Impfquote zu erhöhen. Aber das reicht nicht, denn die Probleme sind viel komplexer. Die wirkliche Lösung liegt in einem digitalen Impfregister, einem aktiven System von Einladungen zur Impfung und einem Gesamtplan, der verschiedene Bereiche einbezieht.

„In Österreich genießt kaum jemand mehr Vertrauen als die eigene Hausärztin oder der eigene Hausarzt. Eine erfolgreiche Impfoffensive muss daher arztzentriert sein – nicht arztumgehend. Informations- und Impfangebote müssen insgesamt gestärkt werden: in Ordinationen, Spitälern, Schulen, Kindergärten und Betrieben – und gerne auch ergänzend in Apotheken“, sagt Niederösterreichs Kurienobfrau Dr. Dagmar Fedra-Machacek.

Ein großes Problem im aktuellen System sind die vielen Schwächen und ineffizienten Abläufe. Österreich hat zwar ein gut funktionierendes medizinisches Netzwerk mit Hausärztinnen und -ärzten, Schulärztinnen und -ärzten sowie Betriebsmedizinerinnen und -medizinern. Doch dieses Potenzial wird nicht gut genutzt. So ist die Impfberatung durch Ärztinnen und Ärzte im alten Honorarkatalog der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) gar nicht als eigene Leistung aufgeführt. Deshalb wird sie oft gar nicht angeboten. Dabei kennen besonders die Hausärztinnen und Hausärzte ihre Patientinnen und Patienten gut und genießen deren größtes Vertrauen.

Studien zeigen deutlich: Nicht eigene neue Impfstellen helfen am meisten, sondern vertrauensvolle Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten, die die Menschen schon kennen. Die beste Grundlage für eine erfolgreiche Impfstrategie ist daher die niedergelassene Ärzteschaft.

Ärztinnen und Ärzte sind bei der Impfberatung derzeit kaum eingebunden

Im Moment machen Ärztinnen und Ärzte Impfberatungen meist freiwillig, weil diese Leistung im Sozialversicherungsgesetz nicht richtig anerkannt ist und auch keine eigene Zahlung dafür vorgesehen ist.

„Statt ärztliche Impfberatung und Aufklärung im Honorarkatalog zu verankern, überlassen wir dieses Feld Telegram-Gruppen und Impfgegnern. Dabei kann frühzeitige ärztliche Information Leben retten – etwa bei RSV, Masern oder in der Schwangerschaft“, betont Fedra-Machacek.

Die Kurienobfrau fordert deshalb:

  1. Ärztliche Impfberatung verbessern und Bürokratie verringern
    Es ist wichtig, dass bei jedem Arztbesuch der Impfstatus der Patientinnen und Patienten überprüft wird. Das bewirkt nachweislich, dass mehr Menschen geimpft werden. Dafür braucht es eine offizielle Anerkennung der Impfberatung im Honorarkatalog, eine bessere Organisation der Impfstoffversorgung und eine einfache, bundesweit einheitliche Abrechnung.

  2. Aktive Erinnerungen an Impfungen einführen
    Mit einem digitalen Impfregister könnte man ein modernes Erinnerungs-System aufbauen – per SMS, Brief oder über den elektronischen Impfpass. So könnte man besser messen, wie viele Menschen geimpft sind, und die Impfquote steigern.
    „Wenn wir die Impfraten erhöhen wollen, dürfen wir nicht länger auf Eigeninitiative setzen. Menschen reagieren auf Einladungen – nicht auf Informationsbroschüren. Und auch hier gilt: Jeder Arztkontakt ist eine Chance“, sagt Fedra-Machacek.

  3. Ein digitalisiertes, modernes Impfregister aufbauen
    Dänemark hat schon seit 2013 ein digitales Impfregister. Dort werden alle Impfungen zentral erfasst und mit den Personenregistern verbunden, so dass Gesundheitseinrichtungen die Daten in Echtzeit sehen können. Diese Daten werden für Impfkampagnen, zur Analyse von Impflücken und für die Forschung genutzt. In Österreich gibt es zwar mit dem e-Impfpass ein digitales System, aber es erfasst derzeit nur sechs Impfungen verbindlich. Dieses System muss schnell ausgebaut werden.

    Sechs Jahre nach Beginn der Pandemie fehlt es in Österreich noch immer an einer guten Verbindung der Impfdaten mit anderen Gesundheitsinformationen.

Aktuell gibt es in Österreich neun verschiedene Kinderimpfprogramme mit unterschiedlichen Tarifmodellen und Abläufen, was sehr kompliziert und ineffizient ist. Zum Beispiel rechnet Vorarlberg Impfungen direkt mit dem Land elektronisch ab, in Wien müssen Eltern eine schriftliche Überweisung holen, um die HPV-Impfung in der Apotheke zu bekommen, und in Niederösterreich müssen Ärztinnen und Ärzte ihre Impfungen mit Excel-Listen an die Behörden senden. Diese Zersplitterung muss beendet werden.

„Die Erhöhung der Impfraten ist keine Frage neuer Anbieter, sondern eine Frage von Vertrauen, Einladung und Integration in die bestehende Medizin. Wer Menschen aktiv einlädt, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in ihrem Versorgungsauftrag stärkt und Bürokratie abbaut, wird nachhaltige Wirkung erzielen“, schließt die Kurienobfrau und Ärztin Dr. Dagmar Fedra-Machacek.

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