Pädagogik-Paket – Hammerschmid sieht „ideologische Parteipolitik auf dem Rücken der Kinder“ | brandaktuell

Pädagogik-Paket – Hammerschmid sieht „ideologische Parteipolitik auf dem Rücken der Kinder“

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Wien (OTS/SK) – SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid zeigte sich massiv enttäuscht über das Pädagogik-Paket von Bildungsminister Faßmann, das heute im Nationalrat beschlossen wird. „Es ist ein bildungspolitischer Rückschritt ins 20. Jahrhundert“, sagte Hammerschmid und verwies auf die massive Kritik von ExpertInnen, LehrerInnen und Eltern. Auch im Experten-Hearing im Unterrichtsausschuss sei dies deutlich geworden – leider wurde danach nichts am Gesetzesentwurf geändert. „Sie bewegen sich weg von evidenzbasierter Bildungspolitik“, so Hammerschmid in Richtung Regierung. ****

Abgesehen von drei positiven Punkten des Pakets – Förderunterricht in Volks- und Mittelschule, regelmäßige Lehrer-Schüler-Eltern-Gespräche sowie das freiwillige 10. Schuljahr an Polytechnischen Schulen – sei der Rest enttäuschend. Besonders kritisiert wurde auch von den Experten die Wiedereinführung der Ziffernnoten ab der 2. Klasse Volksschule und das Sitzenbleiben ab der 2. Klasse. Bisher konnten die Eltern mitentscheiden, ob ihr Kind bis zur 3. Klasse alternativ beurteilt wird; an 2.000 von rund 3.000 Volksschulen wurde diese Form der Leistungsbeurteilung von Lehrern entwickelt und von Eltern gewählt. „Da werden jetzt tausende Modelle, die LehrerInnen entwickelt haben, einfach wegradiert. Das ist eigentlich eine Entmündigung“, zitierte Hammerschmid einen Direktor.

Auch was das Sitzenbleiben betrifft, gebe es laut Experten „keinen Hinweis, dass Klassenwiederholungen eine förderliche Wirkung haben“ – im Gegenteil, Kinder werden aus dem Klassenverband gerissen und demotiviert.

Besonders rückschrittlich ist laut Hammerschmid die Wiedereinführung „von A- und B-Zug“ in den Mittelschulen. Künftig soll es zwei Leistungsgruppen „Standard“ und „Standard-AHS“ geben. Die von der Regierung behauptete Durchlässigkeit sieht Hammerschmid als nicht gegeben: „Wie sollen Kinder von einer Gruppe in die andere aufschließen können, wenn sie gewisse Inhalte noch nie gehört haben?“ Insgesamt sei das Paket „ideologische Parteipolitik auf dem Rücken der Kinder und der Eltern“. (Schluss) mb/ah/mp

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