Am Dienstag, dem 27. August 2024, wurde in Österreich der sogenannte Meat Exhaustion Day erreicht – der Tag, an dem der durchschnittliche Fleischkonsum der Bevölkerung die empfohlene Jahresration überschreitet. Laut der Tierschutzorganisation Vier Pfoten essen Österreicherinnen und Österreicher mittlerweile dreieinhalb Mal mehr Fleisch, als aus gesundheitlicher und ethischer Sicht empfohlen wird.
Der Begriff Meat Exhaustion Day basiert auf der Konzeptualisierung ähnlicher Nachhaltigkeitstage wie den Earth Overshoot Day, an dem Ressourcenverbrauch die ökologisch vertretbare Grenze überschreitet. Im Fall des Fleischkonsums steht der Meat Exhaustion Day symbolisch für die übermäßige Belastung von Gesundheit, Tierwohl und Umwelt durch eine zu fleischlastige Ernährungsweise.
Gesundheitsexperten betonen, dass ein übermäßiger Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch mit einem erhöhten Risiko für chronische Krankheiten wie Kardiovaskuläre Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und diverse Krebsarten, besonders Darmkrebs, verbunden ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat rotes Fleisch als potenziell krebserregend eingestuft.
Ökologisch ist der übermäßige Fleischkonsum ebenso problematisch. Die industrielle Fleischproduktion trägt maßgeblich zum Ausstoß von Treibhausgasen bei – rund 14,5 % der globalen Emissionen werden ihr zugeschrieben. Hinzu kommen der hohe Wasserverbrauch, Flächenkonkurrenz mit der Pflanzenproduktion und die Abholzung von Wäldern, etwa für Weideflächen oder Futtermittelanbau.
Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten fordert daher eine bewusste Reduktion des Fleischkonsums hin zu einer flexitarischen Ernährungsweise, bei der pflanzenbasierte Lebensmittel und alternative Proteinquellen wie Hülsenfrüchte oder In-vitro-Fleisch eine größere Rolle spielen. So könnten sowohl individuelle Gesundheitsziele als auch ökologische Nachhaltigkeit besser unterstützt werden.
Zusammenfassend zeigt der Meat Exhaustion Day nicht nur die gesundheitlichen Risiken eines übermäßigen Fleischkonsums, sondern verweist auch auf die dringende Notwendigkeit gesellschaftlicher Veränderungen im Konsumverhalten. Für Maturanten und alle junge Menschen ist das Bewusstsein für diese Zusammenhänge ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Zukunft.

Weiterführende Links
- https://www.vier-pfoten.org/themen/ernaehrung/meat-exhaustion-day
- https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cancer
- https://www.fao.org/3/i3437e/i3437e.pdf
- https://climateactiontracker.org/topics/food-and-agriculture/