WWF fordert sichere Routen für wandernde Tierarten
Am 23. März startet die 15. UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten, auch bekannt als Bonner Konvention oder CMS, in Campo Grande, Brasilien. Zu Beginn fordert die Naturschutz-Organisation WWF, dass Schutzgebiete weltweit schneller vergrößert und besser miteinander verbunden werden. Das Ziel ist, sichere Wege für Tiere zu schaffen – auf dem Land, im Wasser und in der Luft. Viele Tiere müssen sonst immer gefährlichere Hindernisse überwinden, weil Menschen Straßen, Gebäude, Verschmutzung und Fischerei in ihre Routen gebaut haben.
„Straßen, Bauwerke, Verschmutzung, Fischerei oder Schiffsverkehr versperren den Tieren immer häufiger ihre lebenswichtigen Wege – sie erreichen ihre Fortpflanzungs- und Nahrungsgebiete nicht mehr – hinzu kommen Belastungen durch die Klimakrise“, erklärt Simone Niedermüller, Meeresexpertin vom WWF, die bei der Konferenz vor Ort ist.
Die Folgen sind schon sehr deutlich, wie ein aktueller Status-Bericht zeigt: „Fast die Hälfte der gelisteten Populationen wandernder Arten sind weltweit rückläufig. Jede vierte Art ist sogar akut in ihrem Bestand bedroht – bei den wandernden Fischarten sind es ganze 97 Prozent”, sagt Niedermüller.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Konferenz liegt auf dem Schutz der Jaguare. Brasilien hat die weltweit größte Anzahl dieser Großkatzen. Sie leben im Amazonas-Regenwald und im Pantanal-Feuchtgebiet. „Der Jaguar hat bereits die Hälfte seines ursprünglichen Lebensraums verloren. Große zusammenhängende Gebiete sind heute in viele kleine, getrennte Regionen zersplittert. Nur wenn wir diese Gebiete wieder sicher verbinden, können wir den Jaguar vor dem Aussterben bewahren“, so Niedermüller. Jagurare brauchen große zusammenhängende Lebensräume, weil sie weite Strecken zum Jagen und zur Partnersuche zurücklegen.
Schutz für „Himmelsautobahnen“, blaue Korridore und Tiefseeberge
Ein weiterer Fokus liegt auf Meerestieren wie Walen, Haien und Meeresschildkröten, die lange Strecken schwimmen. Um ihnen zu helfen, fordert der WWF sichere Verbindungen, sogenannte „blaue Korridore“. „Blaue Korridore sind die Lebensadern gesunder Ozeane – sie sind essenziell für die Artenvielfalt und den Nährstoffkreislauf der Meere und verbinden wichtige Gebiete zur Fortpflanzung und zur Nahrungssuche,” erklärt Niedermüller. Auf der Konferenz wird darüber diskutiert, wie Fischerei und Schiffsverkehr entlang dieser wichtigen Routen besser geregelt werden können. Außerdem sollen konkrete Schutzprojekte umgesetzt werden: Zum Beispiel Aktionspläne für den vom Aussterben bedrohten Hundshai und für den europäischen Aal. Auch die sogenannten „Tiefseeberge“ – das sind unterseeische Gebirge mit vielen verschiedenen Tierarten – sollen zukünftig besser geschützt werden.
Auch Zugvögel stehen im Mittelpunkt. Entlang ihrer Flugrouten, den sogenannten „Himmelsautobahnen“, sollen Schutzmaßnahmen verbessert werden. Besonders wichtig ist das für Sturmvögel und Schneeeulen, die oft bedroht sind.
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Den Status-Report (auf Englisch) finden Sie hier.
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