Libanon: Über 1 Million Geflüchtete ohne sichere Wasserversorgung – Rotes Kreuz warnt | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Libanon: Über 1 Million Geflüchtete ohne sichere Wasserversorgung – Rotes Kreuz warnt

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Weltweit haben etwa 2,1 Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Gründe dafür sind vor allem der Klimawandel, aber auch Kriege und Konflikte. Besonders im Nahen Osten leiden viele Menschen unter zerstörter Wasserinfrastruktur. Entsalzungsanlagen werden gezielt angegriffen, wichtige Wasserleitungen kaputtgemacht und Familien müssen ihre Häuser verlassen, weil kein Wasser mehr da ist.

„Mehr als eine Million Menschen im Libanon sind auf der Flucht und damit von sicherer Wasserversorgung abgeschnitten. In den Notunterkünften werden sie mit Wasser und Sanitäranlagen versorgt. Aber welche Aussicht haben sie, wenn Wasserinfrastruktur langfristig zerstört wird? Nicht nur bewaffnete Konflikte, sondern auch Wasserknappheit zwingen Menschen zur Flucht“, erklärt Magdalena Penninger, Leiterin der ÖRK-Delegation im Libanon. Seit 2013 arbeitet das Österreichische Rote Kreuz dort mit dem Libanesischen Roten Kreuz zusammen, um die Wasserversorgung und hygienische Bedingungen zu verbessern. Schon neun Schulen, die jetzt als Notunterkünfte dienen, wurden mit Wasseranlagen ausgestattet. Weitere sollen folgen. Jede Spende hilft dabei, diese wichtige Arbeit zu unterstützen!

Mehr Infos und Möglichkeiten zu spenden finden Sie hier: wir.roteskreuz.at/naherosten-libanon

„Wir fordern Konfliktparteien auf, Regeln im Krieg einzuhalten!“

Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes, sagt dazu: „Das Humanitäre Völkerrecht muss unbedingt eingehalten werden! Zivile Einrichtungen wie Wasseranlagen, Krankenhäuser oder Schulen dürfen nicht angegriffen werden. Die Zivilbevölkerung und Helferinnen und Helfer müssen geschützt werden.“ Leider wurden in den letzten zwei Wochen im Libanon und Iran über ein Dutzend Hilfskräfte verletzt und vier getötet. Fast 43.000 zivile Gebäude, darunter fast 70 Schulen, sind allein im Iran beschädigt oder zerstört worden. Schöpfer fordert alle Konfliktparteien auf, das unnötige Leid der Zivilbevölkerung zu beenden und die Kriegsregeln zu beachten.

Österreichisches Rotes Kreuz sorgt für sauberes Wasser im Feldspital in Rafah

Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) ist weltweit bekannt für seine Hilfe in den Bereichen Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH). Ihre Expert:innen sind oft in Kriegs- oder Katastrophengebieten im Einsatz. Für das Rotkreuz-Feldspital in Rafah im Gazastreifen hat das ÖRK eine Wasseraufbereitungsanlage bereitgestellt, damit dort sauberes Trinkwasser verfügbar ist. Angelique Lung aus Niederösterreich berichtet: „Wir versorgen hier täglich bis zu 300 Menschen mit Operationen oder Physiotherapie und betreuen auch Geburten. Ohne sauberes Wasser kann kein Krankenhaus richtig arbeiten. Viele Menschen kommen mit Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser entstehen. Gute Sanitäranlagen, ein funktionierendes Abwassersystem und sauberes Trinkwasser können hier über Leben und Tod entscheiden.“ Auch nach den Kämpfen leidet die Bevölkerung im Gazastreifen weiter unter zerstörter Infrastruktur und fehlenden Hilfslieferungen.

Weltwassertag 2026: „Where water flows, equality grows“

Das ÖRK arbeitet im Nahen Osten und anderen wichtigen Regionen mit Partnern wie NACHBAR IN NOT, der Austrian Development Agency (ADA) und der Europäischen Union zusammen. Auch Unternehmen wie Vöslauer unterstützen Projekte weltweit – von Osttimor bis Ostafrika.

Gerald Schöpfer betont: „In Subsahara-Afrika kämpfen viele Menschen immer noch um sauberes Wasser und Sanitäranlagen. Meist sind Frauen und Mädchen verantwortlich für das Wasserholen. Deshalb binden wir besonders Frauen in unsere Projekte in Äthiopien, Ruanda und Uganda ein. Sie übernehmen Führungsrollen und starten Projekte, die Einkommen schaffen.“

Der Weltwassertag 2026 macht mit dem Motto „Where water flows, equality grows“ darauf aufmerksam, wie eng Wasser und Gleichberechtigung zusammenhängen. Mehr als eine Milliarde Frauen weltweit haben keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser. Frauen und Mädchen verbringen täglich rund 250 Millionen Stunden damit, Wasser zu holen – das ist mehr als dreimal so viel wie Männer. Schöpfer sagt: „Das ist Zeit, die sie stattdessen in Schule, Arbeit oder ihre Gesundheit investieren könnten. Eine gute Wasserversorgung stärkt Gesundheit, Bildung, Sicherheit und Teilhabe von Frauen und Mädchen. Ich bin stolz, dass unsere Projekte dazu beitragen.“

Das Rote Kreuz bittet dringend um Spenden für die Hilfe im Nahen Osten:

Österreichisches Rotes Kreuz

IBAN: AT57 2011 1400 1440 0144

BIC: GIBAATWWXXX

Erste Bank: BLZ 20.111

Kennwort: Naher Osten

Oder online spenden unter: wir.roteskreuz.at/naher-osten

Fotos: Hier klicken

Mehr zum Libanon: Rotkreuz-Newsseite Libanon

Rückfragen

Österreichisches Rotes Kreuz
Mag. Gerald Richter
Telefon: +43/1/58 900 - 153 +43/664/5444619
E-Mail: gerald.richter@roteskreuz.at
Website: https://www.roteskreuz.at

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