Das sogenannte Runner’s High beschreibt ein euphorisches Hochgefühl, das viele Läufer nach längeren Ausdauerläufen erleben. Dabei fühlen sich Sportler plötzlich angenehm leicht, schmerzfrei und oft sogar glücklich – trotz vorheriger körperlicher Erschöpfung. Dieses Phänomen ist kein bloßer Mythos, sondern Teil komplexer neurobiologischer Prozesse.
Im Mittelpunkt stehen Endorphine, körpereigene Opiate, die während intensiver körperlicher Belastung freigesetzt werden. Sie binden an Rezeptoren im Gehirn und hemmen Schmerzempfinden. Gleichzeitig aktivieren sie das sogenannte Belohnungssystem, was zu einem Zustand gesteigerter Euphorie und Motivation führen kann. Wichtige Neurotransmitter wie Dopamin und Serotonin spielen dabei ebenfalls eine Rolle.
Die Forschung zeigt, dass das Runner’s High insbesondere bei längeren Ausdauerbelastungen, typischerweise ab etwa 30 Minuten Laufzeit, auftritt. Neben Endorphinen werden auch die sogenannten endogenen Cannabinoide diskutiert, die ähnliche Wirkungen haben wie Cannabis und zusätzlich zur Stressreduktion beitragen.
Das Erleben dieser euphorischen Zustände kann helfen, Müdigkeit und Schmerzen zu überwinden und motiviert viele Menschen langfristig zum regelmäßigen Training. Aus psychologischer Sicht unterstützt das Runner’s High somit die Verhaltensverstärkung durch eine positive Rückkopplung im Belohnungssystem.
Insgesamt ist das Runner’s High ein faszinierendes Beispiel für die enge Verknüpfung von Körper und Geist – und zeigt, wie sportliche Aktivitäten nicht nur die physische Gesundheit, sondern auch das mentale Wohlbefinden nachhaltig fördern können.
Weiterführende Links
- https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3581816/
- https://www.sciencedaily.com/releases/2019/06/190620101144.htm
- https://www.psychologytoday.com/us/blog/the-athletes-way/201407/the-science-runners-high