FMA: Schneller Abbau von Problemkrediten stärkt Bankenresilienz
Notleidende Kredite (NPLs) binden viel Geld und beeinträchtigen die Gewinne von Banken. Sie machen es für Banken schwieriger, neue Kredite an gesunde Unternehmen und private Haushalte zu vergeben. Je länger solche problematischen Kredite in den Büchern der Banken bleiben, desto mehr Kapital wird gebunden. Banken mit vielen NPLs müssen deshalb oft Pläne vorlegen, wie sie diese Kredite abbauen wollen. Ein schneller Abbau von NPLs hilft, Kapital freizusetzen, die Einnahmen zu stabilisieren und den Geldfluss für neue Kredite zu verbessern. Wichtig ist auch, dass notleidende Kredite oft mehr Risikovorsorge erfordern, was die finanzielle Lage der Bank zusätzlich belastet.
Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) erklärt in ihrer neuen Ausgabe der Serie „Reden wir über Aufsicht“, wo das Problem momentan besonders groß ist: In Österreich liegen viele NPLs im Bereich der gewerblichen Immobilienfinanzierung. Dort liegt die NPL-Quote im dritten Quartal bei 8,4 %, was etwa 8,6 Milliarden Euro entspricht. Große einzelne Kredite, komplexe Bauprojekte und lange Verkaufsprozesse erschweren es, diese Kredite schnell loszuwerden. Wenn man zu lange wartet, steigen die Kosten weiter, weil Banken mehr Geld für Rückstellungen und Abschreibungen zurücklegen müssen.
Was die Finanzmarktaufsicht von den Banken erwartet:
- Klare Ziele und Pläne: Banken sollen ehrgeizige, aber realistische Ziele mit genauen Zeitplänen aufstellen – besonders für die wichtigsten Kredite, bei denen es um Umstrukturierung, Verkauf oder Abschreibung geht.
- Ehrliche Kostenschätzungen und genügend Ressourcen: Die Kosten für den Abbau der NPLs sollen realistisch berechnet und überprüfbar sein. Außerdem brauchen Banken genug Personal und organisatorische Mittel, um die Pläne umzusetzen.
- Umsetzung und Kontrolle: Es muss klare Verantwortlichkeiten geben, eine regelmäßige Überwachung der Fortschritte und eine offenlegelegte Berichterstattung an die Führungsebene der Bank.
Frühes und konsequentes Handeln hilft, Verluste zu verringern, Kapital freizumachen und die Banken widerstandsfähiger zu machen. Dadurch wird die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte gestärkt, was der gesamten Wirtschaft zugutekommt – so lautet die zentrale Botschaft der aktuellen Ausgabe von „Reden wir über Aufsicht“, einer Schriftenreihe der FMA für beaufsichtigte Institute.
Die neue Ausgabe sowie alle früheren Texte von „Reden wir über Aufsicht“ finden Sie auf der Website der FMA.