Achtung Schock für die Weltwirtschaft: Iran-Krise bringt Energiemärkte und Lieferketten ins Wanken!
„Die aktuellen Kampfhandlungen im Iran, von denen auch die Golf-Staaten betroffen sind, haben auch wirtschaftliche Auswirkungen und verschärfen die Lage. Für die österreichische Wirtschaft sind die Entwicklungen mit erheblichen Unsicherheiten verbunden – sowohl für Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in der Region als auch für energieintensive Branchen im Inland“, so WKÖ-Präsidentin Martha Schultz zur aktuellen Lage im Nahen Osten.
Die wirtschaftliche Lage im Iran war schon vor den jüngsten Gewaltausbrüchen schwierig. Das Land kämpft mit grundlegenden Problemen wie schlechter Verwaltung, Korruption und weiteren Belastungen durch militärische Konflikte im letzten Jahr sowie durch internationale Sanktionen und gewaltsam unterdrückte Proteste im vergangenen Winter. Für österreichische Firmen war der Markt im Iran deshalb bereits eine große Herausforderung. Besonders exportiert wurden Medikamente und Maschinen. „Inzwischen ist die Zahl österreichischer Niederlassungen aber verschwindend gering“, fasst Schultz zusammen. Das bedeutet, dass nur noch wenige österreichische Firmen direkt im Iran vertreten sind.
Golfregion wird immer wichtiger
Abgesehen vom Iran geht es den Exporten aus Österreich in der Nahost-Region aktuell gut. Im Jahr 2024 haben österreichische Firmen Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro in die gesamte Region geliefert. Das sind etwa 7,5 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Besonders wichtig sind dabei Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Österreich exportierte 2024 Güter im Wert von 816,1 Millionen Euro in die VAE und 798,4 Millionen Euro nach Saudi-Arabien. Diese Länder gewinnen strategisch stark an Bedeutung, auch wegen ihrer Rolle als große Energieproduzenten und wachsender Märkte.
Auswirkungen auf Industrie und Tourismus
„Die wirtschaftliche Dynamik in der Region war somit bisher positiv und erfährt durch die aktuelle Lage, sollte sie länger andauern, möglicherweise einen spürbaren Dämpfer“, erklärt WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger. Besonders betroffen könnte die heimische Industrie sein. Wenn die Energiemärkte instabil werden, steigen die Preise für Energie. Das belastet Branchen wie Stahl, Chemie oder Düngemittel extrem, weil sie viel Energie brauchen. Selbst wenn es nicht zu echten Lieferengpässen kommt, verteuern steigende Preise die Produktion. Außerdem kann es zu Unterbrechungen bei Warenlieferungen kommen, und die Nachfrage nach Industriegütern könnte zurückgehen.
Auch der Tourismus spürt die Folgen, vor allem Reisebüros leiden unter Flugausfällen. Der zuständige Fachverband der WKÖ steht im engen Kontakt mit seinen Mitgliedern. Bewährte Maßnahmen aus früheren Krisen helfen auch jetzt weiter. Die Reisebranche verfolgt die Situation genau und arbeitet eng mit Airlines, Partnern vor Ort und Behörden zusammen. Dabei hat die Sicherheit und gute Betreuung der Reisenden höchste Priorität.
WKÖ bietet Informations-Servicepunkt an
„Als WKÖ sind wir über die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA im ständigen Austausch mit unseren Mitgliedsbetrieben. Information, Service und Beratung zählen zu unseren Kernaufgaben und sind gerade in einer solchen Situation von besonderer Bedeutung. Aus diesem Grund haben wir online unter wko.at/nahost einen entsprechenden Info-Servicepoint eingerichtet, der laufend mit den wichtigsten Informationen aktualisiert wird“, so Danninger.
Hier finden Unternehmen und Interessierte immer die neuesten Nachrichten und Hilfsangebote rund um die wirtschaftliche Lage im Nahen Osten.
Weitere Informationen: https://www.wko.at/aussenwirtschaft/infopoint-nahost