Vom Sparbuch zum Geldregen: Wie die EU Dein Vermögen explodieren lassen will! | brandaktuell

Vom Sparbuch zum Geldregen: Wie die EU Dein Vermögen explodieren lassen will!

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Die EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Maria Luís Albuquerque, traf sich heute mit Abgeordneten des Nationalrats und Mitgliedern des Bundesrats im Parlament. Dabei informierte sie über aktuelle Pläne und wichtige Themen der Europäischen Union im Bereich Sparen und Investieren.

Im Gespräch ging es vor allem um die Strategie der Europäischen Kommission für eine Spar- und Investitionsunion (SIU), die ab 2025 umgesetzt werden soll. Diese baut auf bestehenden Projekten wie der Kapitalmarktunion und der Bankenunion auf. Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass die großen Sparguthaben bei Banken – etwa 10 Billionen Euro – besser genutzt werden. Statt nur geringe Zinsen zu bringen, sollen diese Gelder vermehrt in Investitionen fließen, die der Wirtschaft und dem Wohlstand in Europa zugutekommen. Gleichzeitig sollen Bürgerinnen und Bürger einen leichteren Zugang zu Kapitalmärkten bekommen, und Unternehmen sollen bessere Möglichkeiten zur Finanzierung erhalten.

Die EU-Kommission sieht bei der Umsetzung der SIU vier besonders wichtige Bereiche. Erstens sollen die Menschen mehr Möglichkeiten haben, ihr Geld auch in langfristige und renditestarke Anlagen zu investieren – sinnvoll zum Beispiel für die Altersvorsorge. Zweitens soll es leichter werden, dass alle Unternehmen, auch kleine und mittlere (KMU), Zugang zu Kapital bekommen. Drittens will man Regeln abbauen, die grenzüberschreitende Investitionen erschweren. Und viertens ist eine bessere und effizientere Aufsicht in Europa geplant, damit alles gut funktioniert.

Albuquerque: Müssen langfristig liquiden europäischen Kapitalmarkt sichern

Maria Luís Albuquerque betonte, dass Europa nur dann mit großen Handelsmächten wie den USA oder China mithalten kann, wenn es einen starken Kapitalmarkt hat. Im Vergleich zu diesen Ländern ist die Fähigkeit Europas, sich selbst zu finanzieren, noch schwach. „Trotz der hohen Spareinlagen ist in den meisten Fällen der Ertrag negativ“, erklärte sie im Gespräch mit Alexander Petschnig (FPÖ). Deshalb brauche es Anreize für bessere Anlageformen, besonders für die Vorsorge. Außerdem müssten Hindernisse abgebaut werden, damit Unternehmen leichter an Kapital kommen und langfristige Investitionen gefördert werden.

Auch gegenüber Christoph Pramhofer (NEOS) zeigte sich Albuquerque einverstanden, dass es in Europa bisher zu wenige Anreize gibt, am Kapitalmarkt zu investieren. Pramhofer kritisierte das Fehlen einer europäischen Kapitalmarktkultur im Vergleich zu den USA. Die Kommissarin erklärte, dass man deshalb unter anderem Programme zur Finanzbildung entwickelt habe und Anreize für Spar- und Investitionskonten schaffe. Diese Konten sollen leicht zugänglich sein, auch schon für kleine Beträge.

Der niederösterreichische FPÖ-Bundesrat Andreas Arthur Spanring war skeptisch und sagte: „Je kleiner die Investments, desto größer der Anteil an den Gebühren.“ Auch Anbieter müssten verdienen können, so Spanring. Albuquerque antwortete, dass mehr Wettbewerb im System wichtig sei und man keine Anbieter schützen wolle, die ihre Leistungen zu teuer anbieten.

Spanring fragte auch, ob es Pläne gebe, die Kapitalertragssteuer (KeSt) in der EU zu vereinheitlichen, da in Österreich durch diese Steuer ein Viertel der Gewinne verloren gehe. Kai Jan Krainer (SPÖ) meinte dazu, dass die KeSt für ihn nicht das größte Problem sei, solange die Steuern auf Arbeit höher sind. Albuquerque erklärte, dass die KeSt je nach Sichtweise unterschiedlich bewertet wird und Sache der einzelnen Länder bleibe.

Krainer äußerte Zweifel, dass sich in den kommenden fünf bis zehn Jahren große Veränderungen auf diesem Gebiet ergeben werden. Er und auch Pramhofer führten kulturelle Unterschiede beim Umgang mit Risiko im Vergleich zu den USA als Ursache an. Albuquerque warnte, dass ohne Veränderungen der Kapitalmärkte Europa in Zukunft wohl weniger Wohlstand haben werde. Europa müsse wettbewerbsfähig bleiben, um seine Unabhängigkeit zu sichern. Albuquerque stimmte auch zu, dass Europa derzeit zu stark von digitalen Diensten aus anderen Ländern – besonders den USA – abhängig sei. Während Europa vor Risiken warnt, hätten andere Länder bereits Lösungen gefunden.

Abschließend sprach Albuquerque mit dem Wiener SPÖ-Bundesrat Stephan Auer-Stüger über die Bedeutung von Sicherheit und Stabilität für Privatkunden und Investoren. Wichtig sei, diese Ziele mit einer dynamischen Marktentwicklung in Einklang zu bringen. Auer-Stüger betonte die Notwendigkeit gleicher Aufsichtsstandards für Bürger und KMU. Die Kommissarin begrüßte dies und kündigte grundlegende Änderungen an, die gleiche und effiziente Standards schaffen sollen, ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand bei der Aufsicht.

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