Apotheker in Österreich brauchen deutsche Ärzte, um Impfen zu lernen – Herausforderungen beim Ausbildungsvorbehalt | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Apotheker in Österreich brauchen deutsche Ärzte, um Impfen zu lernen – Herausforderungen beim Ausbildungsvorbehalt

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Die Möglichkeit, Impfungen direkt in der Apotheke durchführen zu lassen, wird in vielen Ländern als wichtiger Schritt zur Entlastung des Gesundheitssystems gesehen. In Österreich sollen nun auch Apothekerinnen und Apotheker impfen dürfen. Allerdings gelangen diese Fachkräfte nur mit Unterstützung von Ärztinnen und Ärzten an die notwendigen Qualifikationen. Für die Impfkurse reisen die Teilnehmer aktuell sogar nach Deutschland, weil diese Schulungen ohne heimische Mediziner stattfinden müssen.

Hintergrund ist das Ausbildungsvorbehaltsgesetz, das in Österreich Ärzten vorschreibt, welche medizinischen Tätigkeiten sie ausführen oder anleiten dürfen. Dies verbietet es heimischen Ärzten offenbar, Ausbildungskurse für Apothekerinnen und Apotheker in der Impfpraxis abzuhalten. Deshalb greifen Ausbildungsstätten auf Dozenten aus Deutschland zurück, deren Medizinerstatus laut Gesetz die Durchführung der Kurse zulässt.

Die Österreichische Ärztekammer hat mehrfach betont, dass dieses gesetzliche Korsett einer effizienten und raschen Einführung der Impfkompetenz für Apotheker im Weg steht. Die Ärzteschaft sieht in der Begrenzung eine notwendige Qualitätssicherung, die allerdings in der Praxis zu Verzögerungen und einer Art bürokratischem Fachkräftemangel führt.

Im internationalen Vergleich sind Apotheker in vielen europäischen Ländern wie Großbritannien oder Frankreich längst berechtigt, Impfungen durchzuführen. Dort erleichtern klare Gesetzesregelungen und entwickelte Fortbildungsprogramme die Rolle der Apotheker als wichtige Partner im Immunisierungssystem.

Für Maturantinnen und Maturanten ist dieses Thema ein konkretes Beispiel dafür, wie gesetzliche Rahmenbedingungen und fachärztliche Regelungen die Gesundheitsversorgung gestalten und teilweise auch herausfordern. Gleichzeitig verdeutlicht es, wie interprofessionelles Lernen (IPL) und medizinische Weiterbildung in einem komplexen Gesundheitssystem stattfinden.

Die Bedeutung der Impfung in der öffentlichen Gesundheit zeigt sich insbesondere durch die globale Covid-19-Pandemie und diverse Auffrischungsimpfkampagnen, die eine breite Zugänglichkeit und qualifizierte Durchführung voraussetzen. Ein effizienter Wissenstransfer sowie die Erweiterung der impfenden Berufsgruppen könnte langfristig die Impfquote erhöhen und die Versorgung verbessern.

Insgesamt befindet sich Österreich noch im Prozess, Apothekerinnen und Apotheker als Impf-Partner zu etablieren. Der Weg bleibt durch bestehende gesetzliche Beschränkungen und nationale Besonderheiten herausfordernd.

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