Samariterbund: „Noch einmal das Leben erleben“ mit der Wunschfahrt
"Wenn man schwer krank ist und nicht mehr viel Zeit bleibt, sind es meistens ganz einfache Wünsche, die glücklich machen: einmal noch bei der Hochzeit der Enkelin dabei sein, den Tiergarten besuchen oder in den Heimatort fahren", sagt Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Samariterbundes.
Die Angehörigen können diese Sehnsüchte – so bescheiden sie auch klingen mögen – oftmals nicht allein verwirklichen. Vor allem dann nicht, wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene ständig auf professionelle medizinische Betreuung angewiesen sind und die Mobilität sehr eingeschränkt ist.
Wünsche wahr machen!
Unter dem Motto „Noch einmal das Leben erleben!“ macht der Samariterbund Wünsche wahr und begibt sich mit schwer erkrankten Personen in bequemen, modern ausgestatteten „Wunschfahrt“-Autos auf die Reise. Dabei werden die Fahrgäste durch speziell geschulte „Wunschfahrt“-Teams betreut, die aus Ärzt:innen, diplomiertem Pflegepersonal und/oder Rettungssanitäter:innen bestehen. Das Angebot ist für den Fahrgast und eine Begleitperson kostenlos und wird durch ehrenamtliche Mitarbeit und Spenden finanziert.
„Die Samariter-Wunschfahrt startete 2017 und ist eine echte Erfolgsgeschichte. Bisher wurden fast 200 Wunschorte innerhalb Österreichs besucht und dabei rund 130.000 Kilometer zurückgelegt“, so Hundsmüller. „Alle Samariterinnen und Samariter erzählen von berührenden, einzigartigen Momenten, von schönen, das Herz erwärmenden Stunden, die auch für unsere Teams unvergesslich sind.“
Menschen zeigen Herz
Karl zum Beispiel. Er hatte nicht mehr viel Zeit. Die Krankheit breitete sich sehr schnell aus. Einen Wunsch hatte er aber noch: Er wollte ein letztes Mal seine Mama sehen, die alt und krank und – wie auch er – nicht mehr selbstständig mobil war. Mehr als 100 Kilometer trennten die beiden.
Die „Samariter-Wunschfahrt“ ermöglichte das Treffen. Mutter und Sohn konnten sich noch einmal herzlich umarmen. Zeit miteinander verbringen. Sich voneinander verabschieden. Drei Tage später war Karl tot.
Solche Einsätze sind aufwühlend und bewegend, erschütternd und packend, herzzerreißend und rührend und bei aller Tragik auch irgendwie erhaben. In solchen Augenblicken zeigen Menschen Herz und sind von Gefühlen überschwemmt.
„Geteilte Freude ist doppelte Freude. Die Wunschfahrt-Teams freuen sich gemeinsam mit den Fahrgästen. Die entwickeln auf der Reise oft ungeahnte Kräfte und freuen sich über alle Maßen“, weiß die Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (DGKP) Christine, eine erfahrene ehrenamtliche „Wunschfahrt“-Begleiterin. „Wir leisten damit für schwer erkrankte Menschen einen wichtigen Beitrag, der ihre Lebensqualität noch einmal deutlich verbessert.“
Aktuelle Umfrage zum Tabu-Thema Sterben
Mit der „Wunschfahrt“-Initiative will der Samariterbund auch dazu beitragen, das Thema „Tod“ zu enttabuisieren. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Marketagent dokumentiert, wie man in Österreich mit diesem Thema umgeht. Interessant dabei ist: Fast jede:r zweite Österreicher:in (47 Prozent) hält das Sterben für ein gesellschaftliches Tabu, das zur Verdrängung der Realität führt. Laut Marketagent wünschen sich mehr als 80 Prozent der Befragten mehr Auseinandersetzung mit dieser unausweichlichen Phase unseres Lebens. Allgemein lässt sich feststellen, dass die Frauen das eigene Ableben viel stärker beschäftigt als die Männer.
Interessierte, die mit einem Angehörigen eine „Samariter-Wunschfahrt“ machen wollen, können sich auf der Homepage www.wunschfahrt.at ganz genau über die Abläufe informieren.
Spendenplattform: www.samariterbund.net/ spende-wunschfahrt
FOTO: https://media.sa mariterbund.net/?xauth=zCkgwEDcCyFg
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Arbeiter Samariter Bund Österreichs