Oö. Volksblatt: „Sondersitzung“ (von Herbert SCHICHO)
Zum Glück wird nicht in wenigen Wochen gewählt, sondern erst kommendes Jahr. Ansonsten hätte die heutige Sondersitzung des Nationalrates das Potenzial in die Geschichtsbücher einzugehen – und das Staatsbudget jahrelang in Schieflage zu bringen. Von den verschiedensten oppositionellen Zuckerln hätten wir uns wie nach den Sitzungen vor den Wahlen 2008 und 2019 wohl länger nicht erholt. Eine solche Eskalation ist aber nicht zu erwarten, trotzdem wird es auch heute einen massiven verbalen Schlagtausch geben – der leider zum Teil unter der Gürtellinie stattfinden wird. Denn es ist der Auftakt für den politische Herbst und dieser könnte heiß werden. Die Inflation lässt mit Sicherheit die Lohnrunden heiß laufen. Hinzu kommen die Wahlen in der Arbeiterkammer und die Gemeinderatswahlen im Land Salzburg und in der Stadt Innsbruck im ersten Quartal des kommenden Jahres. Dabei muss Kickl zeigen, dass er die blauen Umfragewerte auch in Mandate ummünzen kann. Noch schwieriger hat es SPÖ-Neo-Chef Andreas Babler: In Innsbruck ist die SPÖ jetzt schon nur mehr fünfte Kraft und auch in der Landeshauptstadt Salzburg könnte man – wie in Graz – hinter die KPÖ rutschen. Also kein Grund ruhig zu schlafen. Diese blau-rote Nervosität wird man heute hören können.
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