Weltwirtschaft wird 2021 im Rekordtempo um 5 Prozent wachsen | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Weltwirtschaft wird 2021 im Rekordtempo um 5 Prozent wachsen

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  • Wachstumsprognose von 5 Prozent gemessen an Marktwechselkursen
  • Weltwirtschaft soll bis Ende 2021 in puncto Wirtschaftsleistung Vorkrisenniveau erreichen
  • Umweltschutz und Klimawandel als Schwerpunktthemen für 2021:
    Weltweite Ausgabe von „Green Bonds“ soll laut Prognosen erstmals die Marke von 500 Mrd. USD übertreffen
  • Interesse der Investoren an ESG-Fonds (Environmental, Social and Governance) steigt weiter und könnte bis 2025 bis zu 57 Prozent aller europäischen Investmentfonds ausmachen

Laut dem Global Economy Watch von PwC wird die Weltwirtschaft im Jahr 2021, gemessen an Marktwechselkursen, um 5 Prozent wachsen – das ist das schnellste, im 21. Jahrhundert bisher gemessene Wachstum. In Hinblick auf die Wirtschaftsleistung wird die Weltwirtschaft bis Ende 2021 bzw. Anfang 2022 insgesamt das Vorkrisenniveau wieder erreichen. Abhängen wird die Erholung der Wirtschaft vom Erfolg der Corona-Schutzimpfungen sowie weiterhin günstigen steuerlichen, monetären und finanziellen Bedingungen in den großen Volkswirtschaften.

Wirtschaft erholt sich, jedoch ungleichmäßig
Trotz einer prognostizierten Steigerung der Weltwirtschaft wird in den Voraussagen davor gewarnt, dass die nächsten drei bis sechs Monate weiterhin herausfordernd sein werden. Aufgrund regionaler Beschränkungen, z.B. Lockdowns, könnte die Wirtschaftsleistung in einigen hochentwickelten Volkswirtschaften demnach im ersten Quartal weiter schrumpfen. Insgesamt wird es tendenziell erst im zweiten Halbjahr zu einem Wachstum kommen, da angenommen wird, dass bis dahin zumindest zwei Drittel der Bevölkerung in den großen, hoch entwickelten Volkswirtschaften geimpft sein werden.

Peter Perktold, CEO und Senior Partner bei PwC Österreich: „Obwohl es eine gute Nachricht ist, dass die Weltwirtschaft insgesamt bis Ende 2021 bzw. Anfang 2022 wahrscheinlich wieder das Vorkrisenniveau erreichen wird, ist diese massive Erholung dadurch gekennzeichnet, dass sie in den verschiedenen Ländern, Branchen und Einkommensniveaus ungleichmäßig verlaufen wird. Die chinesische Wirtschaft etwa steht jetzt bereits besser da als vor der Pandemie. Für andere hoch entwickelte Volkswirtschaften ist eine Erholung bis Ende des Jahres auf ein Vorkrisenniveau eher unwahrscheinlich. Das betrifft insbesondere stark dienstleistungsbasierte Wirtschaftssysteme wie Großbritannien, Frankreich und Spanien oder jene mit Exportfokus wie Deutschland oder Japan. Auch die österreichische Exportwirtschaft wurde von der Pandemie empfindlich getroffen, darüber hinaus fällt der Wintertourismus in dieser Saison fast komplett aus. Wir rechnen allerdings damit, dass sich die Situation entspannt, sobald wir uns Richtung Sommer bewegen und die Impfung Erfolge zeigt. Dann wird sich auch die heimische Wirtschaft bis Ende 2021 deutlich erholen.“

Für Volkswirtschaften wie Großbritannien, Frankreich, Spanien und Deutschland wird ein steigendes, jedoch niedrigeres Level in Bezug auf die Wirtschaftsleistung erwartet. Dies wiederum treibt die Arbeitslosigkeit nach oben, wobei besonders Jobs am unteren Ende der Einkommenspyramide am stärksten betroffen sein werden.

Rudolf Krickl, Partner und Markets Leader bei PwC Österreich, ergänzt: „Sobald das Virus unter Kontrolle ist, müssen sich Entscheidungsträger darauf konzentrieren, den Grundstein für ein nachhaltiges und inklusives Wachstum zu legen und dafür einen möglichst genauen Plan erstellen. Dieser sollte vor allem jene Bereiche abdecken, die besonders betroffen sind. So zeigt die Pandemie etwa die enorme Anfälligkeit von Lieferketten. Diese sollten rasch an die neuen Gegebenheiten angepasst sowie sicherer, nachhaltiger und auch regionaler gestaltet werden. Darüber hinaus ist die Weiterqualifizierung der bestehenden Belegschaft ein wichtiger Aspekt. Betriebe müssen sich damit auseinandersetzen, welche Kompetenzen in Zukunft gebraucht und wie diese aufgebaut werden können. Insgesamt kommt auf Unternehmen eine noch größere Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu. Die betriebliche Leistungserbringung im ‚New Normal‘ muss jedenfalls im Fokus liegen, im Sinne einer neuen und guten Verteilung zwischen Office und Homeoffice. Das Ende der Pandemie ist ungewiss, sicher ist aber, dass sie unsere Arbeitswelt bereits jetzt nachhaltig verändert hat.“

Einheitliches Streben nach grüner Infrastruktur
Neben der Bekämpfung der globalen Pandemie werden Umweltschutz und Klimawandel einen Schwerpunkt für das Jahr 2021 darstellen. Diese Themen werden ebenso als Chance zur Steigerung des Geschäfts sowie zur Neuausrichtung der Strategie in Richtung Net Zero gesehen. In den großen Handelsblöcken wie den USA, China und der EU werden für 2021 wesentliche Änderungen in Hinblick auf Investitionen und Strategie in Zusammenhang mit dem Pariser Klimaabkommen erwartet.

Derzeit machen „Grüne Anleihen“, die zur direkten Finanzierung von Umweltprojekten verwendet werden, weniger als 5 Prozent des globalen Marktes für festverzinsliche Papiere aus. Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2021 die Ausgabe von „Green Bonds“ um mehr als 40 Prozent steigt und zum ersten Mal die Marke von 500 Mrd. USD übertreffen wird. Darüber hinaus wird das Interesse der Investoren an ESG-Fonds (Environmental, Social and Governance) weiter steigen und könnte bis 2025 bis zu 57 Prozent aller europäischen Investmentfonds ausmachen.

Die Analyse zeigt auch, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien weltweit weiter zulegt und die Leistung von sonnenbetriebener Photovoltaik (PV) sehr schnell wachsen wird, vor allem aufgrund des steigenden Outputs der EU, Indien und China. Wenn die aktuellen Trends anhalten, könnte sonnenbetriebene Photovoltaik in der globalen Stromwirtschaft Erdgas im Jahr 2023 und Kohle im Jahr 2024 übertreffen.

Der Global Economy Watch von PwC ist [hier]
(https://www.ots.at/redirect/pwc26) zum Download verfügbar.

Anmerkung: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert eine Arbeitslosigkeit von 7 Prozent für ihre Mitgliedsländer im Vergleich zu einem Vorkrisenniveau von etwa 5 Prozent.

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