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Nichtraucherschutz allein schützt nicht vor Lungenkrebs

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Wien (OTS) – Lungenkrebs ist die häufigste Krebstodesursache sowohl bei Männern als auch bei Frauen und ist für etwa ein Fünftel aller Krebstodesfälle weltweit verantwortlich.(A) Lungenkrebs tritt gehäuft ab dem 50. Lebensjahr auf. Hauptrisikofaktor ist der Zigarettenrauch. Um das Risiko zu senken, an Lungenkrebs zu erkranken, ist ein sofortiger Rauchstopp unabdingbar bzw. mehr Prävention, Aufklärung und Früherkennung nötig. Das seit einem Jahr bestehende Nichtraucherschutzgesetz ist ein erster Schritt, als wichtigste Waffe im Kampf gegen den Krebs gilt aber nach wie vor die frühzeitige Diagnose und Therapie. Bei einer neuen Therapiemöglichkeit im Kampf gegen Lungenkrebs haben österreichische Mediziner des Karl Landsteiner Institut für Lungenforschung und Pulmonale Onkologie einen entscheidenden Beitrag geleistet. +++

Laut den aktuellen OECD-Daten rauchen noch immer 24,3 % der österreichischen Bevölkerung täglich, damit belegt Österreich den drittschlechtesten Platz in der EU.[1] In Österreich sterben etwa 14.000 Personen jährlich an den Folgen des Tabakkonsums.[2] Tabakrauch – aktiv und passiv – erhöht das Risiko, an Asthma, einer Herz-Kreislauferkrankung, Lungenentzündung, einem Schlaganfall oder Lungenkrebs zu erkranken erheblich. „Etwa 85 bis 90 % der rund 4.000 Lungenkrebspatienten pro Jahr sind Raucher oder ehemalige Raucher“, bestätigt Prim. Priv. Doz. Dr. Bernd Lamprecht vom Kepler Universitätsklinikum in Linz. Um Lungenkrebs vorzubeugen, sieht OA Dr. Maximilian Hochmair vom Karl Landsteiner Institut für Lungenforschung und Pneumologische Onkologie den Nichtraucherschutz bzw. die Raucherentwöhnung sowie den regelmäßigen Besuch des Lungenfacharztes als wichtige Faktoren. Letzterer ist auch für eine Raucherentwöhnung die erste Ansprechperson. Steht die Diagnose Lungenkrebs erst einmal, ist das Patienten-Empowerment ein wesentlicher Aspekt im Kampf gegen die eigene Erkrankung. Die Patientenplattform www.selpers.com bietet hier wertvolle Informationen und spezielle Patienten-Schulungen zum Thema Lungenkrebs. Diese sind in Kooperation mit AstraZeneca entstanden.

Neue Behandlungsmöglichkeiten mit Studien aus Österreich

So wie sich die Behandlungsmöglichkeiten in der gesamten Onkologie stetig verbessern und verändern, so hat auch die Therapie beim Lungenkrebs gute Fortschritte vorzuweisen. Die Überlebenschancen über die letzten Jahre haben sich deutlich verbessert, wichtig ist jedoch, rasch mit der Therapie zu beginnen. „Einerseits, weil die frühzeitige Intervention bessere Effekte zeigt, wenn die Erkrankung noch nicht so ausgeprägt ist und andererseits, weil anfangs noch mehr Behandlungs-Optionen zur Verfügung stehen. Die zielgerichtete Therapie hemmt das Wachstum des Tumors, die Immuntherapie reaktiviert das körpereigene Abwehrsystem im Kampf gegen den Krebs. Damit kann man erstmals auch beim kleinzelligen Lungenkarzinom Überlebensvorteile erreichen“, erklärt OA Dr. Hochmair. Dass in Österreich nun eine neue Therapieoption beim kleinzelligen Bronchialkarzinom zur Verfügung steht, ist einer starken österreichischen, wissenschaftlichen Beteiligung zu verdanken. Das Karl Landsteiner Institut (KLI) für Lungenforschung und Pneumologische Onkologie, unter der Leitung von Prim. Priv. Doz. Dr. Arschang Valipour, fungierte als Koordinationsstelle der Studienstandorte in Österreich. Die Studienleitung am Kepler Universitätsklinikum in Linz hatte Prim. Priv. Doz. Dr. Bernd Lamprecht und am Standort Floridsdorf des Karl Landsteiner Instituts, OA Dr. Maximilian Hochmair inne. Hochmair, der auch Co-Autor der Studie ist, die die Zulassung eines neuen Medikaments in der Behandlung des kleinzelligen Lungenkarzinoms ermöglicht hat, unterstreicht die Wichtigkeit von Studien in Österreich: „Mit Studien, die wir nach Österreich holen können, ermöglichen wir den österreichischen Patienten frühzeitig Zugang zu neuen innovativen Therapieoptionen und eine weitere Waffe im Kampf gegen ihre Erkrankungen.“

Fokus auf Früherkennung – Lungenkrebs hat kein Kardinalsymptom

„Lungenkrebs hat kein typisches Beschwerdebild, kein Kardinalsymptom. Denn die Lunge an sich hat keine Schmerzempfindung. Wenn Beschwerden auftreten, dann ist die Erkrankung meist schon fortgeschritten“, erklärt OA Dr. Hochmair. Symptome, die auftreten können und mit Lungenkrebs in Verbindung gebracht werden sind: Husten und Änderung des Hustencharakters, Bluthusten, Brustschmerzen, Atemnot, Gewichtsverlust, Leistungsknick und allgemeine Schwäche. Umso wichtiger ist die Früherkennung. Denn Krebserkrankungen kann man umso besser Einhalt gebieten, je früher sie erkannt werden.

Die Möglichkeiten der Früherkennung von Lungenkrebs sind jedoch begrenzt. In erster Linie wird dabei die Thorax-CT, die Computertomographie des Brustkorbes, eingesetzt. „Sind Sie Raucher oder ehemaliger Raucher ist es ganz wichtig, regelmäßig zum Lungenfacharzt zu gehen, ungeachtet der Einschränkungen rund um die Covid-19-Pandemie, um hellhörig in Bezug auf einen Lungenkrebs zu sein. Derzeit haben wir noch kein routinemäßiges Screening-Programm in Österreich etabliert, wir arbeiten jedoch daran, ein strukturiertes Früherkennungs-Tool für Lungenkrebs einzuführen.“ erklärt der Experte.

1 Jahr Nichtraucherschutz in Österreich

Seit 1. November 2019 gilt in Österreich ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie. Erlaubt ist das Rauchen lediglich auf Freiflächen, also weiterhin im Gastgarten. „Österreich hat sich beim Nichtraucherschutz insgesamt verbessert, wie sich das auswirkt, wird sich aber erst in ein paar Jahren zeigen“, so OA Dr. Hochmair. Der Experte fordert aber, den Nichtraucherschutz zu verstärken. So verlangt er zum Beispiel auch, Raucher von öffentlichen Plätzen, Spielplätzen und der Straße zu verbannen, damit das Rauchen hier keine negative Vorbildwirkung hat.

Mehr Empowerment für Betroffene durch Online-Informationsservice auf [www.selpers.com] (http://www.selpers.com/)

Die Patientenplattform [www.selpers.com] (http://www.selpers.com/) unterstützt chronisch kranke Menschen und ihre Angehörigen dabei, besser mit der Erkrankung zu leben. Der Name der Patientenplattform „selpers“ steht für „self“ (englisch: selbst) und „help“ (englisch:
Hilfe). Texte, Videointerviews, Animationen, Podcasts und Checklisten vermitteln dieses Wissen interaktiv und leicht verständlich. Hochrangige Experten unterstützen die Plattform mit Know-how. „selpers-Patienten-Schulungen bieten fundierte wissenschaftliche Informationen und zeigen, wie man selbst einen wichtigen Beitrag zur Therapie und zur Verbesserung der Lebensqualität leisten kann“, erklärt Dr. Iris Herscovici, die Gründerin der Plattform, die selbst eine betroffene Angehörige ist. „Besonders freut mich, dass wir nun auch zum Thema Lungenkrebs, gemeinsam mit OA Dr. Hochmair, OA Dr. Pall und weiteren Experten wertvolle Informationen für Betroffene und Interessierte anbieten können“, schließt Herscovici. Die Patienten-Schulungen zum Thema „Leben mit Lungenkrebs“ sind unter www.selpers.com/lungekrebs kostenlos und ohne Anmeldung aufrufbar.

* * *

<a></a>(A) World Health Organization. International Agency for Research on Cancer. Lung Fact Sheet.
[http://gco.iarc.fr/today/data/factsheets/cancers/15-Lung-fact-sheet.
pdf]
(http://gco.iarc.fr/today/data/factsheets/cancers/15-Lung-fact-sheet.
pdf). [letzter Zugriff am 07.09.2020]

[1]
[http://www.oecd.org/health/health-systems/health-at-a-glance-1999131
2.htm]
(http://www.oecd.org/health/health-systems/health-at-a-glance-1999131
2.htm). [Abgerufen am 30.09.2020]

[2]
https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Drogen-und-Sucht/N
ichtraucherschutz-und-Rauchverbote/Nichtraucherschutz-in-der-Gastrono mie.html

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