Neues Volksblatt: „Kerns Blick“ (von Markus EBERT)
Linz (OTS) – „Lernen Sie Geschichte, Herr Redakteur“, ist ein gern zitierter Satz aus dem Mund Bruno Kreiskys. Sein Nach-Nach-Nach-Nach-Nach-Nachfolger an der Spitze der SPÖ, Christian Kern, scheint des roten Altmeisters Empfehlung egal zu sein. Eigentlich müsste er wissen, dass über das Ausland losgelassene Österreich-Beschimpfungen nie gut ankommen. Das musste auch Alfred Gusenbauer zur Kenntnis nehmen, als er in Paris mit den Genossen auf die von der EU gegen die erste schwarz-blaue Koalition verhängten Sanktionen angestoßen hat. „Champagnerisiert“ habe der damalige SPÖ-Chef gegen Österreich, hieß es in der Heimat — und die Regierung hatte plötzlich mehr Rückhalt.
Was den aktuellen SPÖ-Chef zu seinen Ausritten bewogen hat, ist seine Sache. Aber es geht alle etwas an, wenn der Ex-Kanzler über das Bündnis von zwei demokratisch legitimierten Parteien folgendes sagt:
„Wenn die klassischen ehemaligen Konservativen sich mit den Rechtsextremisten verbünden, wird es problematisch in einer Gesellschaft, dann kommt etwas ins Rutschen. Da gehen Standards und moralische Grundsätze verloren.“ Doch gerade Kern sollte die Moral am wenigsten bemühen, jedenfalls solange nicht, als auch seine Partei Koalitionen mit der FPÖ bildet — sei es auf Landesebene im Burgenland oder auf kommunaler Ebene etwa in Linz. Offenbar trübt der Blick von außen die Wahrnehmung des Ex-Kanzlers.
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