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Sie sind das Sprachrohr der Wirtschaft, Herr Mahrer!

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Wien (OTS) – „Die Wirtschaftskammer als die Interessensvertretung der Unternehmerinnen und Unternehmer ist im Rahmen der Sozialpartnerschaft mitverantwortlich für die Erstellung von Gesetzen – auch der Berufsausbildung. Wenn WKÖ-Präsident Mahrer also sagt, „Recht muss Recht bleiben“ und man dürfe für Lehrlinge hier keine Ausnahme machen, muss man sich fragen, ob er wirklich der richtige Mann an der Spitze ist“, so Hans Arsenovic, Sprecher der Grünen Wirtschaft Wien.

Zusammenhang zwischen Fachkräftemangel und Asylpolitik
erkennen

Neben sehr vielen Wirtschaftstreibenden sehen auch die Präsidenten der Wirtschaftskammern Wien, NÖ, OÖ, Salzburg und Vorarlberg – im Gegensatz zu Mahrer – einen zwingenden Zusammenhang zwischen Fachkräftemangel und Asylpolitik. Sie haben unterschiedliche Vorschläge gemacht, um den Aufenthalt von Lehrlingen zu legalisieren. Im Gespräch sind beispielsweise die Rot-Weiß-Rot-Karte oder ein Aufenthaltsrecht, ähnlich wie für Studierende.

Mahrer muss diese Stimmen ernst nehmen. Vor allem aber muss er sich als Präsident der Interessensvertretung im Sinn derjenigen Unternehmerinnen und Unternehmer einsetzen, die erfolgreich Asylwerbende ausbilden. Denn nicht nur sie sind schockiert darüber, wenn gut ausgebildete Fachkräfte trotz erfolgreicher Integration Österreich wieder verlassen müssen.

Vorbild: Modell 3+2

Die Wirtschaftskammer Österreich muss ihre Rolle als Sparringpartnerin der Regierung wahrnehmen. Nur so kann sie ordentliche Verfahren schaffen, die sowohl den ausbildenden Betrieben wie auch den Lehrlingen die Sicherheit einer fertigen Ausbildung und einer weiterführenden Beschäftigung geben. Ein Vorbild ist das 3+2 Modell: Lehrlinge dürfen noch zwei Jahre nach der Lehrausbildung beschäftigt werden.

Arsenovic: „Lehrlinge leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Wertschöpfung – vor allem auch jene in Mangelberufen (in keinem anderen Bereich dürfen Asylsuchende Lehren absolvieren). Die Politik ist hier gefordert, Lösungen zu finden anstatt Mauern zu bauen.“

„Ich hoffe darauf, dass Mahrer seine Position überdenkt und in der Folge auf die Regierung einwirkt – und nicht gegen die Interessen von Wirtschaftstreibenden handelt! Er sollte sich für eine Entschärfung des eklatanten Fachkräftemangels aussprechen!“, betont Arsenovic abschließend.

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