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Politik

AKS: „25.100 sitzengebliebene Schüler_innen zeigen Fehler im Bildungssystem auf.“

Mehr als 25.000 Schüler_innen konnten im Vorjahr nicht in die nächsthöhere Klasse aufsteigen. AKS sieht grundlegende Fehler im Bildungssystem und fordert, das Sitzenbleiben abzuschaffen.

25.100 Schüler_innen mussten im vergangenen Schuljahr 2022/23 eine Schulstufe wiederholen. Das zeigte die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage durch Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP). Grund für den Zehn-Jahres-Höchststand bei den Klassenwiederholungen ist der Wegfall von Corona-Erleichterungen. 

 

„Die bildungspolitischen Versäumnisse der letzten drei Jahre schlagen sich jetzt deutlich in Zahlen wieder. Dass mehr als 25.000 Schüler_innen im vergangenen Schuljahr eine Schulstufe wiederholen mussten, zeugt von einem systematischen Versagen.“, erklärt Lina Feurstein, Bundesvorsitzende der Aktion Kritischer Schüler_innen (AKS). 

 

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind in der Schule immer noch klar spürbar. Schüler_innen leiden weiterhin unter den Folgen der Pandemie. Sowohl psychisch, als auch sozial. Dabei geht es aber nicht nur um Lehrinhalte, die durch das Distance Learning teils auf der Strecke geblieben sind:

 

„Die Corona Pandemie zeigte, wie ein Brennglas, die Fehler unseres Schulsystems auf. Vor allem soziale Ungerechtigkeiten wurden im Distance Learning deutlicher als je zuvor.“, so Feurstein. „Nicht alle Schüler_innen haben zu Hause ein Umfeld, in dem sie sicher und ungestört lernen können. Gerade pandemiebedingte, schulische Schwächen konnten von manchen Kindern, aufgrund mangelnder finanzieller und akademischer Ressourcen der Erziehungsberechtigten teils nie mehr nachgeholt werden. Dass sich auch der mentale Gesundheitszustand von Schüler_innen während der Pandemie in vielen Fällen massiv verschlechterte ist kein Geheimnis. Dass dieser sich durch das Ende der Pandemie nicht plötzlich maßgeblich verbessern kann, ist leider auch klar.", ergänzt sie.

„Für uns ist klar: Die Lösung für ein strukturelles Problem darf nicht ein durchfallen lassen von Schüler_innen sein. Statt Schüler_innen für strukturelle Probleme zu bestrafen und sie durchfallen zu lassen, sollte überlegt werden, wie ein Schulsystem gebildet werden kann, in dem die Schüler_innen und nicht nur ihre Schwächen im Mittelpunkt stehen. Sitzenbleiben kostet Österreich jährlich mehrere Millionen Euro und ist pädagogisch weder sinnvoll, noch förderlich für die Entwicklung der Schüler_innen.“, schließt Lina Feurstein. 

 

 

 

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