Wien geht mit einem innovativen Konzept voran, das die Baubranche nachhaltig verändern könnte: Ab dem Jahr 2030 sollen alle Neubauten und Sanierungen in der Hauptstadt gemäß den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft geplant und umgesetzt werden. Ziel ist es, Bauschutt und Bauabfälle drastisch zu reduzieren und Materialien so zu gestalten, dass sie möglichst vollständig wiederverwertbar sind.
Bereits jetzt fordert der Wohnfonds Wien in seinen Bauträgerwettbewerben, dass nachhaltige und zirkuläre Bauweisen zum Standard werden. Durch diese Vorgabe soll die Umweltbelastung durch den Gebäudesektor vermindert werden, der aktuell für einen großen Anteil des Abfallaufkommens verantwortlich ist.
Dieses Vorhaben steht im Einklang mit den internationalen Bemühungen, die Ziele der Nachhaltigen Entwicklung und des Paris-Abkommens zu erfüllen. Vor allem das Prinzip der Ressourceneffizienz wird bei der Planung und Realisierung der Bauprojekte eine entscheidende Rolle spielen.
Indem Baumaterialien modular und leicht trennbar konstruiert werden, können einzelne Komponenten nach Nutzungsende einfach demontiert und für neue Projekte wiederverwendet werden. Somit entstehen Bauwerke, die als rohstoffreservoir dienen und langfristig zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen.
Wien setzt mit der verpflichtenden Einführung der Baukreislaufwirtschaft einen wichtigen Impuls für die nachhaltige Stadtentwicklung. Maturanten und Bauinteressierte sollten diese Entwicklung aufmerksam verfolgen, da sie zukunftsweisend für Berufsprofile in Architektur, Städtebau und Umwelttechnik ist.
Weiterführende Links
- https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/wohnen/wohnfonds.html
- https://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/ressourcenwirtschaft/kreislaufwirtschaft/
- https://nachhaltigwirtschaften.at/home/news/77111.html
- https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Wien-will-muellfreies_Bauen_8364092.html