Der renommierte Wirtschaftshistoriker Adam Tooze prognostiziert ein fundamentales Ende der umfassenden Dominanz der USA auf der globalen Bühne. Laut Tooze stehen die Vereinigten Staaten nicht mehr uneingeschränkt an der Spitze der Weltordnung, was in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten gravierende Konsequenzen haben könnte.
Zu den jüngsten Auseinandersetzungen zählen die amerikanischen Spannungen mit dem Iran und die Interventionen in Venezuela, die vielfach als Versuch gewertet werden, die strategische Position Chinas einzuschränken. Doch Tooze bezweifelt, dass der ehemalige US-Präsident Donald Trump über die nötige langfristige strategische Weitsicht verfügt, um eine solche komplexe Geopolitik zielgerichtet zu steuern.
Diese fehlende kohärente Außenpolitik könnte ineffektive Konflikte auslösen, die nicht nur die internationale Stabilität, sondern auch die wirtschaftliche Hegemonie der USA gefährden. Der Historiker betont, dass sich die Weltordnung derzeit im Wandel befindet, und spricht von einer multipolaren Welt, in der die Macht zwischen den USA, China und anderen Großmächten zunehmend verteilt wird.
Die Bedeutung dieses Machtwandels liegt auch in der ökonomischen Verflechtung der Länder, bei der Handelsbeziehungen und geopolitische Strategie eng zusammenhängen. So steht die US-Wirtschaft vor dem Wettbewerb mit wachstumsstarken Volkswirtschaften wie China, die ihre globalen Einflussbereiche ausbauen.
Zusammenfassend warnt Tooze vor einer Überbewertung der US-Führung auf internationaler Ebene und fordert ein Umdenken in der geopolitischen Strategie, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden.
Weiterführende Links
- https://www.project-syndicate.org/commentary/end-of-us-hegemony-adam-tooze-2026-04
- https://www.bbc.com/news/world-us-canada-56789123
- https://www.cfr.org/backgrounder/us-hegemony-and-rising-powers