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Langlebigkeit und Gesundheit: Warum wir oft wertvolle Lebensjahre verschenken

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Das Geschäft mit Langlebigkeit boomt weltweit: Infusionen, Blutwäsche (Plasmapherese), Kryosaunen und diverse Anti-Aging-Therapien versprechen mehr Lebensjahre und gesteigertes Wohlbefinden. Doch der Pharmakologe Hubert Trübel warnt in diesem Zusammenhang vor unrealistischen Erwartungen. „Wir verschenken im Schnitt zehn gesunde Lebensjahre“, sagt Trübel – und meint damit, dass viele Menschen durch vermeidbare Faktoren früher an chronischen Krankheiten oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen leiden.

Das Problem: Viele der angebotenen Methoden haben nur wenig wissenschaftliche Evidenz. Trotz glänzender Werbung und vermeintlicher High-Tech-Verfahren unterscheiden sich deren Wirkungen oft kaum von Placebo-Effekten. Die wesentlichen Faktoren, die die Lebenserwartung tatsächlich erhöhen, sind hingegen erstaunlich unspektakulär und basieren auf bewährten Maßnahmen der Präventivmedizin.

Fachbegriffe wie Prävention (Vorbeugung von Krankheiten) und Lifestyle-Medizin gewinnen hier an Bedeutung. Studien zeigen, dass vor allem ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität (mindestens 150 Minuten moderates Training pro Woche), Stressreduktion und ausreichend Schlaf entscheidend sind, um chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes mellitus Typ 2 und neurodegenerative Krankheiten zu vermeiden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zudem die Vermeidung von Tabakkonsum und übermäßigem Alkoholkonsum als zentrale Präventionsmaßnahmen. Diese Faktoren beeinflussen maßgeblich die gesunde Lebensjahre, also jene Zeit, in der man frei von schweren Krankheiten lebt.

Eine umfassende Gesundheitsstrategie integriert auch psychosoziale Aspekte: Soziale Kontakte, mentale Gesundheit und ein ausgeglichenes Stressmanagement haben einen signifikanten Einfluss auf die Lebenserwartung und die Qualität des Lebensalters, wie diverse epidemiologische Studien belegen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die vielversprechenden Anti-Aging-Behandlungen im Trend liegen, doch die wirklich effektiven Maßnahmen oft banal, aber wissenschaftlich fundiert sind. Für Maturanten und junge Erwachsene ist es wichtig, sich frühzeitig auf evidenzbasierte Gesundheitsstrategien zu konzentrieren, statt auf überteuerte und unbewiesene Methoden zu setzen.

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