Studie: 60 % der Führungskräfte kritisieren schlechten Wissenstransfer
Der aktuelle Hernstein Management Report zeigt, dass etwa 60 Prozent der befragten Führungskräfte sagen, dass Wissen, das Mitarbeitende sich aneignen, oft kaum an andere Personen oder im Team weitergegeben wird. Bei der Studie wurden 1.600 Führungskräfte aus Deutschland und Österreich befragt, um herauszufinden, wie Lernen und Wissensaustausch im Arbeitsalltag funktionieren. Viele Firmen setzen dabei vor allem auf einfach zugängliche Methoden wie “Learning by Doing” und den lockeren Austausch unter Kollegen. Wenn Führungskräfte diese Methoden unterstützen, schützen sie damit wichtiges Wissen, das im Unternehmen bleibt.
„Wissensweitergabe ist in vielen Unternehmen noch nicht ausreichend strukturell verankert
“, erklärt Gabriele Fantl, die im Bildungsinstitut Hernstein arbeitet.
„Wenn Wissen stark an einzelne Personen gebunden bleibt, kann das verschiedene Gründe haben – wie fehlende Übergabeprozesse, zu wenig Zeit oder Personal oder Unsicherheit, wie Wissen geteilt werden soll. Oft wird auch dem sogenannten Offboarding, also dem geregelten Austritt aus dem Unternehmen, nicht genug Bedeutung geschenkt. Dadurch geht wertvolles Wissen verloren. Wissensmanagement hilft, Wissen systematisch zu sichern und zugänglich zu machen. Wichtig dafür ist eine Unternehmenskultur, die Austausch fördert und von der Führung unterstützt wird
“, erklärt Fantl weiter.
Probleme bei der Qualifikation neuer Mitarbeitender
Unternehmen spielen eine große Rolle bei der Ausbildung und Einarbeitung ihrer Mitarbeitenden. „Das beginnt bei der dualen Ausbildung, betrifft aber auch die Einarbeitung sowie Weiterbildungsprogramme am Arbeitsplatz. Rund 70 Prozent der Führungskräfte glauben, dass neue Mitarbeitende nicht gut genug qualifiziert ins Unternehmen kommen. Das liegt einerseits am Fachkräftemangel, andererseits werden die spezifischen Anforderungen eines Unternehmens immer wichtiger
“, erklärt Fantl.
Learning by Doing ist sehr wichtig für Weiterbildung
84 Prozent der Befragten finden, dass Lernen im Alltag und der informelle Austausch unter Kollegen eine große Rolle spielen – in Österreich mit 88 Prozent sogar noch mehr als in Deutschland mit 81 Prozent. Auch formale Schulungen sind wichtig: 75 Prozent halten interne Schulungen für nützlich, 60 Prozent externe Trainings. „Informeller Austausch und kollegiale Beratung ermöglichen einen schnellen Wissenstransfer und stärken das Vertrauen im Team. Gleichzeitig bringen externe Schulungen neue Impulse und vertiefen Methoden. Wichtig ist, dass beide Lernformen zusammenwirken
“, sagt Fantl. „Informelles Lernen hängt oft stark von einzelnen Personen ab. Ohne klare Regeln oder Dokumentation kann Wissen verloren gehen. Je höher die Führungsebene, desto wichtiger wird deshalb die gezielte externe Weiterbildung
“, ergänzt sie.
Weiterbildung ist wegen schnellen Veränderungen wichtig
75 Prozent der Führungskräfte meinen, dass Mitarbeitende ständig weitergebildet werden sollten, weil sich die Arbeitswelt schnell verändert. Je höher die Führungsebene, desto wichtiger sehen sie das. Gründe sind unter anderem die größere Bedeutung von Soft Skills und veränderte Anforderungen in der Mitarbeiterführung (19 Prozent), die schnelle Veränderung und Komplexität in Abläufen (17 bzw. 14 Prozent). Weiterbildung kann auch finanziell Vorteile bringen.
„Acht von zehn Führungskräften sind der Meinung, dass Weiterbildung mit höherem Gehalt einhergehen sollte
“, so Fantl.
Wenn Unternehmen Weiterbildung weniger wichtig finden, liegt das oft an den hohen Kosten (21 Prozent) oder daran, dass passende Angebote fehlen (19 Prozent).
Themen, die sich Führungskräfte bei der Weiterbildung wünschen
Auf die Frage, was sie lernen möchten, um ihre Führungsaufgaben besser zu erfüllen, sagten 13 Prozent „Social Skills“ und 10 Prozent Krisen- und Konfliktmanagement. „Bei der Lernform bevorzugen die Führungskräfte am meisten Präsenzveranstaltungen, egal ob intern oder extern
“, berichtet Fantl.
Über die Studie
Der Hernstein Management Report sammelt seit über 20 Jahren jährlich Meinungen von Führungskräften und Unternehmer*innen. Dieses Mal wurden 1.600 Personen aus Deutschland (1.000) und Österreich (600) online befragt. Die Schwankungsbreite liegt bei +/- 2,5 Prozent. Die Umfrage wurde von Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung durchgeführt.
Download: Hernstein Management Report, Mag. Gabriele Fantl
(„Eine offene Lern- und Wissenskultur entsteht dort, wo Austausch möglich ist und Wissensweitergabe im Arbeitsprozess verankert wird.“ Fotocredit: feelimage.at || Felicitas Matern)
Über Hernstein: Hernstein fördert seit 60 Jahren Führungskompetenzen und unterstützt Führungskräfte und Unternehmen beim Erfolg. Angeboten werden Trainings, Programme und maßgeschneiderte Lösungen. Seit 2023 ist Hernstein, eine Marke der Wirtschaftskammer Wien, Teil der FHWien der WKW, der führenden Fachhochschule für Management und Kommunikation.
Rückfragen
Hernstein , Mag. Gabriele Fantl, Telefon: +43/1/51450-5620,
gabriele.fantl@hernstein.at , https://www.hernstein.at
Prime Communication PR Consulting KG , Mag. Albert Haschke, MAS,
haschke@prime.co.at , https://www.prime.co.at
KI-BEARBEITETER OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. Originaltext www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Hernstein - FHWien der WKW