Wiens Grüngürtel wächst: Lückenschluss im Süden | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Wiens Grüngürtel wächst: Lückenschluss im Süden

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Am südlichen Rand von Wien gibt es viel Grün, das geschützt werden soll – und zwar über die Grenzen von Stadtbezirken und Bundesländern hinweg. Dafür arbeiten drei Wiener Bezirke und fünf Gemeinden aus der Umgebung gemeinsam zusammen in einem Projekt namens „Landschaftsbogen 5plus3“. Der Name steht für die Zusammenarbeit der Bezirke Favoriten, Simmering und Liesing aus Wien sowie der fünf Umlandgemeinden Schwechat, Lanzendorf, Leopoldsdorf, Hennersdorf und Vösendorf.

Das Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, die Landschaft in dieser Region als ein zusammenhängendes Gebiet zu bewahren und weiterzuentwickeln. Dabei sollen verschiedene Nutzungen berücksichtigt werden, zum Beispiel als Naturraum, als Ort für Freizeit und Erholung oder auch für die Landwirtschaft.

Planungsstadträtin Ulli Sima sagt dazu: „Der Erhalt von Grünraum ist Teil unseres Stadtentwicklungsplans, dem Wien-Plan und bestimmt die Planungen der Stadt Wien auch über die Grenzen der Stadt hinaus. Der Schulterschluss von Wiener Bezirken und niederösterreichischen Gemeinden ist besonders wertvoll, da der Erhalt von Grünflächen und Naherholung das Erbe an die nächste Generation ist.“ Sie bedankt sich bei allen Beteiligten in Wien und Niederösterreich für die gute Zusammenarbeit.

Zukunfts-Projekte wegen mehr Einwohnern

Die südliche Region Wiens ist bei vielen Menschen beliebt als Wohnort. Weil dort eine gute Infrastruktur und hohe Lebensqualität vorhanden sind, wird die Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten stark wachsen. Ein großer neuer Stadtteil namens Rothneusiedl entsteht, der besonders klimafreundlich geplant wird und Platz für über 20.000 Menschen bietet. Auch die Gemeinden rund um Wien vergrößern sich.

Mit dem Wachstum steigt auch der Bedarf an mehr Grünflächen und guten Wegen zum Spazierengehen und Radfahren. Entlang des Flusses Liesing soll eine Reihe von kleinen Naherholungsplätzen entstehen, die die Erholung dort noch attraktiver machen. Außerdem sind Renaturierungsprojekte geplant, um die Natur wieder mehr zurückzubringen.

Im Gebiet Weichseltalweg soll ein großer, grüner Freiraum angelegt werden, der sich von Norden nach Süden erstreckt. Zusätzlich sind Kooperationen geplant, wie zum Beispiel eine Streuobstwiese in Lanzendorf, die gemeinsam mit einer karitativen Organisation genutzt wird.

Verbesserungen für den Alltag

Wichtig ist auch, die Wege, die Menschen täglich nutzen, zu verbessern. Vor allem sollen die Verbindungen zu den neuen Einrichtungen in Rothneusiedl attraktiver gemacht werden. Außerdem sollen die Fahrradwege besser vernetzt werden.

Ein wichtiger Punkt ist die Reduzierung des Durchgangsverkehrs mit Autos. So soll zum Beispiel im Bereich des Verschiebebahnhofs in Favoriten der Transitverkehr für Kraftfahrzeuge gesperrt werden. Das macht Fuß- und Radwege sicherer und angenehmer. Gleichzeitig wird dadurch der landwirtschaftliche Erholungsraum „Goldberg“ aufgewertet. Die geplante Erholungsachse soll sich vom Liesing-Fluss über den neuen Tangentenpark, der 2024 fertig wird, bis zum Hauptbahnhof erstrecken.

Das Konzept legt auch viel Wert darauf, die Bevölkerung für das Thema Landwirtschaft zu sensibilisieren – zum Beispiel durch Themenwege und Spaziergänge, die über die Bedeutung der Landwirtschaft informieren. Auch kurzfristige Maßnahmen zum Schutz der Landwirtschaft sind enthalten.

Weitere Maßnahmen umfassen eine bessere Beleuchtung des Radwegs in Schwechat und Verbesserungen der Infrastruktur für den Alltag und die Erholung.

In Rothneusiedl selbst sollen 25 Hektar öffentlicher Grünraum entstehen, die allen Bewohner*innen zugutekommen.

Grüngürtel mit langer Geschichte

Schon 1905 wurde mit dem Beschluss des Wiener Wald- und Wiesengürtels der Grundstein gelegt, um die wichtigen Grünflächen in Wien und Umgebung zu schützen. Etwa 100 Jahre später wurden weitere große Landschaftsräume als Teil dieses Systems ausgewiesen. In den letzten Jahren wurde die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Ländern verstärkt, um den Grünraum langfristig zu erhalten.

Der Schutz dieser großen Grünflächen, die die Stadt mit der Umgebung verbinden, ist für alle Menschen in der Region wichtig. Diese Zusammenarbeit funktioniert besonders gut mit Niederösterreich und den umliegenden Gemeinden. Bekannte Beispiele sind der Biosphärenpark Wienerwald und der Nationalpark Donau-Auen.

Ein erstes gemeinsames Projekt an der nordöstlichen Stadtgrenze Wiens ist der Regionalpark DreiAnger. Er verbindet die Wiener Bezirke Floridsdorf und Donaustadt mit der Gemeinde Gerasdorf in Niederösterreich. Im Mittelpunkt stehen hier die Sicherung der Grünräume und Maßnahmen zum Schutz der Natur sowie zur Erholung für die Menschen.

rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/

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