ÖAW entwickelt Altgriechisch-KI „Apollo“ mit Mistral und Reply | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

ÖAW entwickelt Altgriechisch-KI „Apollo“ mit Mistral und Reply

0 76

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) arbeitet zusammen mit den Unternehmen Mistral AI und Sail Reply daran, ein großes Sprachmodell (Large Language Model, kurz LLM) für die altgriechische Sprache zu entwickeln. Dieses Modell heißt Apollo – benannt nach dem griechischen Gott des Lichts und Schutzpatron der Künste und Wissenschaften. Apollo soll die Forschung zu altgriechischen Texten stark verbessern. Mit diesem Modell wird es möglich sein, in riesigen Mengen von bisher kaum erforschten Papyrus-Schriften und Inschriften nach bestimmten Texten zu suchen oder fehlende Textstellen automatisch zu ergänzen. So können Inhalte, die früher Jahre gebraucht haben, um genau erfasst zu werden, jetzt in wenigen Stunden bearbeitet werden. Die ÖAW und ihre Partner sind dabei Pioniere, denn bisher gab es keine solchen KI-Modelle, die sich mit einer historischen Sprache beschäftigen, die sich über lange Zeiträume verändert hat und oft stark beschädigte Texte wiederherstellen müssen.

Alte Sprache trifft moderne Technik

Das Projekt wird von Anna Dolganov geleitet. Sie ist Expertin für alte Geschichte und Papyrus-Schriften am Österreichischen Archäologischen Institut der ÖAW. Dolganov sorgt dafür, dass wichtige historische Quellen einbezogen werden und die wissenschaftliche Qualität gewährleistet ist. Ihre Erfahrung hilft dabei, dass die geschichtlichen Hintergründe und die richtige wissenschaftliche Vorgehensweise beachtet werden.

Der Präsident der ÖAW, Heinz Faßmann, betont: „Alte Sprachen und Künstliche Intelligenz sind kein Widerspruch. Die Zusammenarbeit unseres Archäologischen Instituts mit Mistral und Reply zeigt, wie die KI auch die geisteswissenschaftliche Forschung vorantreibt. Apollo wird die Forschung beim besseren Verständnis von oft lückenhaften Texten unterstützen und damit zu einer besseren Kenntnis unserer gemeinsamen Geschichte beitragen.“

Über eine Million ungelesene Papyri

Anna Dolganov erklärt: „Unser Projekt mit Mistral AI und Sail Reply entwickelt das weltweit erste fortschrittliche multimodale Large Language Modell für eine historische Sprache aus der Antike. Das Modell wird mit dem bisher größten digitalen Archiv historischer griechischer Texte trainiert. Dieser KI-Ansatz kann für viele Forschungsaufgaben eingesetzt werden – zum Beispiel, um beschädigte Inschriften und Papyrus-Fragmente zu rekonstruieren, in der gesamten griechischen Textsammlung gezielt nach Bedeutungen und Themen zu suchen oder handschriftliche Texte zu entziffern. Weltweit gibt es etwa eine Million griechische Papyri, die noch nie untersucht wurden. Zehntausende dieser Schriften liegen in der Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. Auf solche wertvollen historischen Quellen wollen wir uns konzentrieren. Apollo ist der Anfang einer spannenden neuen Ära für die Erforschung der Antike.“

Das Modell Apollo wird mit einem speziell zusammengestellten Textkorpus trainiert, der rund 600 Millionen Wörter aus historischen griechischen Quellen sowie viele tausend veröffentlichte Inschriften und Papyri enthält. Die Kooperation mit Mistral und Sail Reply stellt sicher, dass Apollo auf sicheren europäischen IT-Infrastrukturen entwickelt wird und dabei strenge Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen erfüllt. So kann das volle Potenzial der neuen KI-Technologie verantwortungsvoll genutzt werden.

Pressebilder

Rückfragen

Debora Knob
Pressesprecherin des Präsidiums
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Telefon: +43 1 51581-1209
E-Mail: debora.knob@oeaw.ac.at

KI-BEARBEITETER OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. Originaltext www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)

Kommentar verfassen