6. Fachtagung Osteopathie: Fachimpulse und Signal für Anerkennung
Die diesjährige Fachkonferenz für Osteopathie hat wieder einmal deutlich gemacht, wie viel Bewegung und Entwicklung es innerhalb der Osteopathie gibt. Außerdem wurde klar, wie wichtig die gesetzliche Anerkennung der Osteopathinnen und Osteopathen in Österreich geworden ist. Bei der Veranstaltung gab es spannende Vorträge von Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ländern, bekannte Gäste aus dem Gesundheitsbereich und ein starkes Plädoyer für mehr Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen. So wurde ein deutliches Zeichen für die Zukunft der Osteopathie in Österreich gesetzt.
Österreich muss aufholen
Margit Halbfurter-Mandler, MSc D.O., die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Osteopathie (OEGO), erklärte zu Beginn der Tagung, dass die Osteopathie in Österreich viel Durchhaltevermögen und Teamarbeit gezeigt hat. Dabei ging es immer auch um gute Qualität und Sicherheit für die Patientinnen und Patienten. „In der Bevölkerung ist Osteopathie als wertvolle Gesundheitsdienstleistung seit Langem anerkannt und stark nachgefragt. Auch seitens der Wissenschaft konnte die Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen für viele Indikationsbereiche klar belegt werden“, so Halbfurter-Mandler. Sie wünscht sich, dass die Osteopathie in Österreich den Stellenwert bekommt, den sie verdient. „Wir kämpfen nach wie vor für Anerkennung der Osteopathie als eigenständigen Gesundheitsberuf. Alle Auflagen dazu sind erfüllt, jetzt ist die Politik am Zug, die Osteopathie endlich gesetzlich zu verankern.“
In Europa ist die Situation schon weiter: In 13 Ländern ist die Osteopathie bereits gesetzlich anerkannt. Allein in den letzten sechs Jahren haben sieben Länder neue Regelungen eingeführt. Ein gutes Beispiel ist Deutschland, wo im Regierungsprogramm steht, dass Osteopathie bald offiziell als Beruf geregelt wird. Italien hat den Prozess bis 2025 abgeschlossen und die Osteopathie als eigenen Gesundheitsberuf mit klaren Ausbildungs- und Berufsstandards anerkannt. Für Halbfurter-Mandler ist das ein klares Zeichen, dass Österreich nicht zurückbleiben darf.
Mehr Anerkennung für die Osteopathie
Andreas Huss, MBA, Vorsitzender der Österreichischen Gesundheitskasse, unterstützt klar die Anerkennung der Osteopathie als geschützten Beruf mit einer geprüften fünfjährigen Ausbildung. Er erklärt, dass das Gesundheitssystem nur gut funktionieren kann, wenn alle Gesundheitsberufe nach ihrer Ausbildung und Kompetenz ernst genommen und eingebunden werden. Angesichts knapper Ressourcen sieht er einen großen Reformbedarf. „Ein gutes Gesundheitssystem kann nur dann gut funktionieren, wenn wir alle Gesundheitsberufe entsprechend ihrer qualitätskontrollierten Ausbildung und ihrer daraus entstehenden Expertise entsprechend wertschätzen und mit einbinden.“
Huss spricht auch über neue Versorgungsmodelle wie gemeinsame Pflege- und Therapiepraxen. Er ist überzeugt, dass Osteopathinnen und Osteopathen dort wertvolle Beiträge leisten können – aber nur, wenn der Beruf gesetzlich anerkannt ist.
Dranbleiben lohnt sich
Markus Wieser, der Vorsitzende des Fördervereins Kinder- und Jugendrehabilitation, zeigte mit seinem Beispiel, wie wichtig Ausdauer im Gesundheitswesen ist. Lange fehlte es in Österreich fast komplett an Reha-Angeboten für Kinder und Jugendliche, obwohl Erwachsene schon seit Langem solche Angebote nutzen konnten. 2009 begann sein langwieriger Weg durch verschiedene Behörden und politische Gremien. „Heute gibt es in vier Versorgungszonen sechs eigenständige Einrichtungen mit mehr als 300 Betten für junge Patientinnen und Patienten sowie ebenso vielen Betten für Begleitpersonen“, sagt Wieser. Sein Beispiel zeigt, dass man durchhalten muss, um solche Erfolge zu erreichen.
Seine Botschaft an die Osteopathie lautet: „Es braucht eine qualitätsvolle fünfjährige Ausbildung und damit die Anerkennung als eigene Berufsgruppe, damit Menschen, die die Osteopathie nutzen auch Qualität bekommen und nicht mit mangelhaften Leistungen getäuscht werden. Um das zu erreichen, braucht es starke Vernetzung und einen langen Atem, um im Gesundheitswesen richtige Veränderungen zu erreichen. Ich bin überzeugt, dass die OEGO mit ihrem Engagement das Ziel auch erreichen wird.“
Spannendes Fachprogramm
Neben den politischen Themen gab es bei der 6. Fachtagung auch ein interessantes wissenschaftliches Programm mit internationalen Expertinnen und Experten. Prof. Dr. Tania Singer, Neurowissenschaftlerin und Psychologin, sprach über „die Neurobiologie von Empathie und Mitgefühl“. Michaela Liedler, MSc D.O., erklärte die Folgen von postoperativen Verklebungen im Bindegewebe und deren Auswirkungen auf den Körper. Dr. Thien Phu Do von der Universität Kopenhagen berichtete über das komplexe Management von Migräne aus verschiedenen Fachrichtungen. Simone Kumhofer vom Institut Allergosan erläuterte, wie das Mikrobiom die Schmerzwahrnehmung beeinflusst. Sportmediziner Prof. DDr. Winfried Banzer gab praktische Tipps zur Prävention von Verletzungen im Profifußball. Zum Abschluss zeigte Yourik Van Overloop, D.O., Anatomie-Experte aus Belgien, wie wichtig das Zwerchfell in der osteopathischen Praxis ist.
Die Tagung machte deutlich, wie vielfältig die Osteopathie ist. Die Kombination aus wissenschaftlichen Kenntnissen, praktischer Erfahrung und gesundheitspolitischen Themen sorgte für einen wertvollen Austausch und klare Positionen.
Rückfragen
Österreichische Gesellschaft für Osteopathie (OEGO)
Margit Halbfurter, MSc D.O.
Telefon: +43 664 75009429
E-Mail: margit.halbfurter@oego.org
Website: https://www.oego.org
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