Protest von ME/CFS-Patienten: Forderung nach besserer Versorgung und gegen willkürliche Gutachten | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Protest von ME/CFS-Patienten: Forderung nach besserer Versorgung und gegen willkürliche Gutachten

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Am 17. März versammelten sich über tausend Menschen in Wien vor dem Parlament, um auf die unzureichende Behandlung und Versorgung von ME/CFS-Patienten aufmerksam zu machen. Die Erkrankung ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) ist eine seltene, aber schwerwiegende chronische Erkrankung, die durch extreme Erschöpfung, kognitive Beeinträchtigungen und Muskel- sowie Gelenkschmerzen gekennzeichnet ist.

Die Demonstranten kritisierten insbesondere die Praxis, Pflegegeldanträge von Betroffenen aufgrund von sogenannten „willkürlichen Gutachten“ abzulehnen. Diese Gutachten basieren oft auf unzureichenden medizinischen Bewertungen und ignorieren die komplexe Symptomatik der Krankheit. Die Konsequenz: Patienten werden finanziell und sozial isoliert, was ihre Lage weiter verschärft.

ME/CFS erfordert eine multidisziplinäre medizinische Betreuung, die bisher in Österreich nur unzureichend angeboten wird. Patienten berichten von starker Vernachlässigung im Gesundheitssystem, oft vergleichbar mit „Menschen, die im dunklen Kammerl verrecken“, wie es in der Kundgebung hieß. Die Betroffenen fordern mehr Anerkennung der Krankheit, verbesserte Diagnostik und eine gerechte Pflegegeldregelung, um die Lebensqualität der Patienten nachhaltig zu verbessern.

Die aktuelle Situation zeigt, dass trotz wachsender wissenschaftlicher Erkenntnisse über ME/CFS, etwa aus Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Umsetzung in der Praxis hinterherhinkt. Die Demonstration in Wien symbolisiert einen dringenden Appell an Politik und Gesundheitswesen, die medizinischen Standards und die soziale Absicherung für ME/CFS-Patienten endlich auf ein zeitgemäßes Niveau zu bringen.

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