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Start der Wiener Endometriose-Plattform

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Endometriose ist eine häufige, langanhaltende Erkrankung, die vor allem Frauen im gebärfähigen Alter betrifft. Dabei wächst Gebärmutterschleimhaut an ungewöhnlichen Stellen im Bauchraum, was Entzündungen und Schmerzen verursacht. In Österreich sind etwa 10 Prozent der Frauen und Mädchen betroffen – das entspricht ungefähr so vielen wie bei Diabetes. Trotzdem wissen viele Ärztinnen und Ärzte sowie die Bevölkerung noch wenig darüber, und Betroffene müssen oft lange auf eine genaue Diagnose warten.

Endometriose kann das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen, zum Beispiel durch starke Schmerzen und Probleme mit der Fruchtbarkeit. Die Krankheit kann zwar nicht geheilt werden, aber wenn sie früh erkannt wird, lassen sich die Beschwerden gut behandeln und die Fruchtbarkeit erhalten.

In Wien gibt es die Wiener Plattform Endometriose, die Fachwissen von Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen bündelt. Dort arbeiten Medizinerinnen und Mediziner, die Ärztekammer Wien, Sozialversicherung, Fonds Soziales Wien sowie Vertreterinnen und Vertreter von Patientinnen zusammen. Gemeinsam wollen sie die Probleme erkennen, Maßnahmen planen und die Diagnosezeiten verkürzen sowie die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker betont: „Endometriose ist eine weit verbreitete Krankheit und wir wollen die Versorgung und die Aufklärung verbessern. Sowohl die Fachwelt als auch die Bevölkerung wissen noch zu wenig darüber. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem vom Wiener Programm für Frauengesundheit gestarteten Strategieprozess die Expertise nutzen können, um die Situation rasch zu verbessern.“

Finanzstadträtin Barbara Novak ergänzt: „Wir wollen uns auf die Seite der Endometriose-Betroffenen stellen, die seit Jahren eindrucksvoll darauf aufmerksam machen, wie groß der Aufholbedarf bei diesem Thema ist. Die Stadt Wien hat Endometriose klar auf der Agenda. Solche Plattformen sind entscheidend, um Wissen zu bündeln, neue Ansätze zu entwickeln und die Gender-Medizin nachhaltig zu verbessern. Gleichzeitig stärken wir damit auch den Life-Science- und Innovationsstandort Wien. Denn Fortschritte in der Medizin entstehen dort, wo Forschung, Expertise und gesellschaftlicher Bedarf zusammenkommen.“ Sie unterstützt das Projekt über den Innovationsfonds der Stadt Wien und arbeitet gemeinsam mit Frauenstadträtin Kathrin Gaál und Gesundheitsstadtrat Hacker als Schirmfrau der Initiative.

Starke Schmerzen vor und während der Periode sind oft ein erstes Anzeichen für Endometriose. Leider werden Mädchen und Frauen mit solchen Beschwerden oft nicht ernst genommen und als „wehleidig“ bezeichnet. Viele schweigen aus Scham, was dazu führt, dass die Diagnose oft spät erfolgt. Die Wiener Plattform Endometriose möchte hier aufklären und das Bewusstsein für die Krankheit verbessern.

In der Plattform sind viele Beteiligte vertreten, darunter die Sozialversicherungen ÖGK und PVA, Rehazentren, die Ärztekammer, Endometriose-Experten aus verschiedenen Fachgebieten, medizinische Fachgesellschaften, Patientinnenorganisationen, Selbsthilfegruppen und die Wiener Gesundheitsnummer 1450.

Prim. Dieter Kölle von der Ärztekammer Wien sagt: „Als Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien sind wir gerne aktiv bei der Wiener Plattform Endometriose dabei und arbeiten daran, Kompetenz zum Thema Endometriose gemeinsam mit den Fachbereichen Gynäkologie, Allgemeinmedizin und Radiologie weiter zu stärken.“

Der Leiter des Endometriose-Zentrums an der MedUni Wien, Rene Wenzl, betont die Bedeutung einer Zusammenarbeit: „Um Frauen mit Endometriose gut versorgen zu können, ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit für Diagnostik und Behandlung wesentlich. Die Plattform bietet darüber hinaus auch die Möglichkeit, gemeinsam mit allen Playern an adäquaten Strukturen zu arbeiten.“

Auch Christoph Wohlmuth, Leiter des Endometriose-Zentrums an der Klinik Ottakring, sagt: „Die Bündelung der Ressourcen ist für die Weiterentwicklung in der Versorgung essenziell. Denn mit einer qualifizierten Diagnose können Betroffene auch im Endometriose Zentrum rascher behandelt werden.“

Daniela Kritsch von der ÖGK ergänzt: „Als ÖGK freut es uns ganz besonders, dass unsere Versicherten über die ‚Wiener Plattform Endometriose‘ nun einen rascheren Zugang zu Spezialistinnen und Spezialisten für diese Erkrankung, inklusive Abklärung und Behandlung, bekommen.“

Endometriose wird oft erst bei der Untersuchung für unerfüllten Kinderwunsch entdeckt. Der Reproduktionsmediziner Kazem Nouri erklärt: „Mit der Wiener Plattform Endometriose arbeiten wir interdisziplinär daran, die Fertilität der betroffenen Frauen bestmöglich zu erhalten.“ Dieses Thema war auch Schwerpunkt bei der Initiative „Bewusstsein bei Endometriose und Fertilität“ im März.

Patientinnenorganisationen sind ebenfalls Teil der Plattform. Verena Buck von ENDÖ sagt: „Wir freuen uns, dass wir mit dieser Expertise, die sich aus den schwierigen und vielfältigen Lebensrealitäten der Betroffenen gestaltet, beizutragen und so eine Verbesserung der Versorgung zu ermöglichen.“

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Wiener Plattform Endometriose.

Rückfragen

Mag.a Sabine Hofireck, MBA
Wiener Programm für Frauengesundheit
Telefon: +43 1 4000 84 1 84
E-Mail: Sabine.hofireck@wien.gv.at

Reinhard Krennhuber
Mediensprecher Stadtrat Peter Hacker
Telefon: +43 1 4000 81248
E-Mail: reinhard.krennhuber@wien.gv.at

Claudia Varga
Mediensprecherin Stadträtin Barbara Novak
Telefon: +43 1 4000 81211
E-Mail: claudia.varga@wien.gv.at

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