EU-Lohntransparenzrichtlinie darf Betriebe nicht bürokratisch belasten
Tanja Graf, die Generalsekretärin des Wirtschaftsbundes, warnt davor, dass die geplante Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie in Österreich für heimische Unternehmen zu mehr Bürokratie führen könnte. Wichtig ist, dass Österreich die europäischen Vorgaben nicht strenger umsetzt als nötig.
„Diese Richtlinie darf nicht zur nächsten Bürokratiewelle für unsere Betriebe werden. Unsere Unternehmen kämpfen bereits mit hohen Kosten und wachsender Bürokratie. Zusätzliche Berichtspflichten und Dokumentationsauflagen wären völlig kontraproduktiv“, betont Graf. Viele Firmen, besonders kleine und mittlere, haben schon jetzt viel Verwaltungsaufwand.
Mehr Bürokratie kann Unternehmen belasten – Entlastung ist nötig
Österreich soll darauf achten, kein sogenanntes Gold-Plating zu betreiben. Das bedeutet, EU-Regeln nicht noch verschärft oder erweitert umzusetzen. Graf weist darauf hin, dass Österreich bereits ein gutes System bei der Entlohnung hat: „Rund 98 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind durch Kollektivverträge erfasst.“ Diese Kollektivverträge sorgen für faire und geschlechtsneutrale Löhne. Dieses bewährte System soll nicht durch zusätzliche EU-Bürokratie beeinträchtigt werden.
Neue Pflichten für Unternehmen würden viel Verwaltungsarbeit verursachen. Laut Graf trifft das besonders kleine und mittlere Unternehmen, die den Wirtschaftsstandort Österreich entscheidend prägen. „Genau sie halten unseren Standort am Laufen und dürfen nicht mit noch mehr Bürokratie belastet werden.“
Der Wirtschaftsbund unterstützt das Ziel, die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern zu verringern. „Gleiche Bezahlung für die gleiche Arbeit sollte selbstverständlich sein – aber Gleichstellung entsteht nicht in Bürokratieordnern für Betriebe.“ Wichtiger seien strukturelle Maßnahmen, wie zum Beispiel der Ausbau der Kinderbetreuung. Dadurch können mehr Menschen, besonders Frauen, Vollzeit arbeiten. Mehr Bürokratie hilft dabei nicht.
Zum Schluss sagt Graf: „Eine nationale Übererfüllung der EU-Vorgaben wäre ein klarer Wettbewerbsnachteil für Österreich. Mehr Bürokratie schafft keine Gleichstellung. Unsere Betriebe dürfen nicht für zusätzliche Bürokratie aus Brüssel zum Handkuss kommen. Daher muss klar gelten: kein Gold-Plating und keine neuen Belastungen für Unternehmen.“
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