Neupresentation MAK Schausammlung Textilien & Teppiche – Pressekonferenz 24. März 2026, 10 Uhr
Das MAK zeigt ab dem 24. März 2026 seine neu gestaltete Ausstellung mit Textilien und Teppichen. Bei einer Pressekonferenz um 10 Uhr und der Eröffnung um 19 Uhr bekommen Besucher*innen einen Einblick in kostbare Objekte aus verschiedenen Regionen und Zeiten – von der Spätantike bis heute, von Europa bis Ostasien. Die Textil- und Teppichsammlung des MAK zählt zu den bedeutendsten und umfangreichsten weltweit. Besonders wertvoll sind die Mamluken- und Safawidenteppiche aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die zu den Highlights der Sammlung gehören. Für das Ausstellungsdesign wurde das bekannte Designstudio Formafantasma aus Mailand engagiert. Im Unterschied zur früheren Ausstellung, die sich vor allem auf die Teppiche konzentrierte, werden diesmal Textilien und Teppiche zusammen in einem neuen Kontext gezeigt. So kann man die Vielfalt und Bedeutung der Sammlung besser erleben.
Formafantasma setzt bei der Präsentation auf sanfte Farbtöne, eine stimmungsvolle Beleuchtung und große Glasvitrinen. So bekommen Besucher*innen die Chance, die empfindlichen Objekte aus nächster Nähe anzuschauen, ohne sie zu beschädigen. Die Textilien liegen auf Forget-Me-Not, einem schimmernden Stoff aus der venezianischen Firma Rubelli. Andrea Trimarchi und Simone Farresin, die Gründer von Formafantasma, sind seit 2023 kreative Leiter bei Rubelli.
Formafantasma sagt dazu: „Wir haben das MAK und seine bemerkenswerte Textil- und Teppichsammlung, die zu den weltweit bedeutendsten zählt, schon lange bewundert. Diese Neuaufstellung gab uns die Möglichkeit, mit Werken zu arbeiten, die Jahrhunderte des Austauschs verkörpern – von Mamluken- und Safawidenteppichen bis hin zu europäischen Tapisserien und zeitgenössischem Design –, und die Wege von Motiven und Techniken durch unterschiedliche Kulturräume nachzuzeichnen. Anstatt einzelne Meisterwerke hervorzuheben, haben wir ein räumliches Narrativ entwickelt, das Verbindungen aufzeigt und die vielschichtigen Geschichten der Objekte in den Mittelpunkt stellt. Durch subtile Farbauswahl, atmosphärisches Licht und große Vitrinen wollten wir Intimität mit konservatorischen Anforderungen in Einklang bringen. Dieses Projekt macht deutlich, dass Ausstellungsdesign nicht nur eine Präsentationsstrategie ist, sondern auch eine Form der Vermittlung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.“
Damit die empfindlichen Textilien lange erhalten bleiben, werden die ausgestellten Werke regelmäßig ausgetauscht. Einige Stücke sind in ausziehbaren Schubladen aufbewahrt, was sie vor schädlichem Licht schützt, aber trotzdem genaues Betrachten erlaubt.
Die Ausstellung zeigt, wie die kulturellen Verbindungen zwischen den Objekten aussehen. Es gibt gewebte, gewirkte sowie bedruckte und bestickte Textilien – bei ersteren entstehen Muster schon während des Herstellens, während bei letzterem die Verzierung später ergänzt wird.
Ein besonderes Highlight ist der nach einer umfangreichen Restaurierung erstmals wieder ausgestellte Mamlukenteppich aus dem frühen 16. Jahrhundert, der aus der Gegend des heutigen Ägyptens stammt. Dieses Seidenkunstwerk gehört weltweit zu den seltensten seiner Art und wurde nach dem Ersten Weltkrieg Teil der MAK Sammlung. Typisch für Mamlukenteppiche sind kaleidoskopartige Muster in Rot, Gelb, Blau und Grün mit achteckigen und sternförmigen Elementen. Dieses Exemplar ist besonders, weil es der einzige erhaltene Teppich dieser Art ist, bei dem die Knoten aus Seide bestehen.
Zusätzlich bewahrt das MAK auch osmanische, safawidische, mogulische und europäische Teppiche aus der Sammlung auf, die alle in der Ausstellung zu sehen sind.
Zu den weiteren Schätzen gehören ein 18. Jahrhundert alter Nischenteppich mit Millefleurs-Muster aus Nordindien, der 1868 als erster Teppich in die Museums-Sammlung kam, und ein „Tintoretto-Teppich“ aus dem westanatolischen Raum um 1600. Dieser Teppich hat eine spannende Geschichte: Nach einem Diebstahl 1959 wurde er bei einer Fahndung in Paris entdeckt und ein Jahr später ins Museum zurückgebracht.
Die Ausstellung zeigt auch, wie Motive und Designs zwischen Kulturen wandern. Beispielsweise steht ein französischer Kaschmirschal mit dem persischen Neujahrsfest Nouruz neben einem indischen Millefleurs-Teppich, was auf die europäische Begeisterung für Schals im 18. und 19. Jahrhundert hinweist. Eine Satteldecke aus dem 16. Jahrhundert zeigt, wie das buddhistische Chintamani-Muster in das Osmanische Reich kam.
Auch wichtige Sammler*innen, die das MAK mit aufgebaut haben, sind in der Ausstellung vertreten. So ist der berühmte österreichische Bankier Albert Figdor mit einer Strickjacke aus dem 17. Jahrhundert vertreten, die aus Gold- und Silberfäden besteht. Der Aachener Kanonikus Franz Bock, bekannt für zerschnittene Textilien, die er sammelt, wird ebenfalls gewürdigt. Er wollte eine Vorbildsammlung für liturgische Textilien schaffen, die auch heute noch Einfluss hat.
Unter den gewirkten Textilien gibt es eine besondere „Wilde Leute“-Tapisserie, die zu den mittelalterlichen Highlights gehört. Außerdem sieht man spätantike Textilfragmente aus Ägypten, die oft fälschlich als „koptisch“ bezeichnet werden.
Im Bereich der Stickerei steht ein romanisches Antependium aus der Mitte des 13. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Es zeigt Äbtissin Kunigunde II. in farbenfroher Seidenstickerei auf Leinen. Druck- und Maltechniken sind durch ein Paradebett aus Schloss Hof vertreten, das mit indischen Stoffen und Motiven aus der Mode der Chinoiserien geschmückt ist.
Die Ausstellung endet mit einem modernen Designerstück: einem maschinell hergestellten Teppich von Virgil Abloh, der 2019 bei IKEA in der Limited Edition Markerad erschien. Dieses Stück stammt aus der Designsammlung und lädt zum Nachdenken über die zukünftige Museumsarbeit und globale Entwicklungen im Design ein.
Formafantasma
Formafantasma ist ein Designstudio, das erforscht, wie ökologische, historische, politische und soziale Faktoren das Design heute beeinflussen. Andrea Trimarchi und Simone Farresin gründeten das Studio 2009. Sie arbeiten mit verschiedenen Designarten, von Produktgestaltung bis Raumplanung. Ihre Arbeiten sind in berühmten Museen wie dem MoMA in New York, dem Victoria and Albert Museum in London oder dem Centre Pompidou in Paris vertreten.
Pressefotos sind zum Download unter MAK.at/presse verfügbar.
Die Ausstellung wird freundlicherweise von Rubelli unterstützt.
Wichtige Termine
- Pressekonferenz: Dienstag, 24. März 2026, 10 Uhr
- Eröffnung: Dienstag, 24. März 2026, 19 Uhr (Eintritt frei)
Ausstellungsort
MAK Schausammlung Textilien und Teppiche
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien
Dauer und Öffnungszeiten
Ab 25. März 2026
Di 10–21 Uhr, Mi–So 10–18 Uhr
Verantwortliche
Kuratorin: Lara Steinhäußer, Kustodin MAK Sammlung Textilien und Teppiche
Gestaltung: Formafantasma
Rahmenprogramm
Mehr Infos unter MAK.at
Eintrittspreise
- Regulär: Ꞓ 19/18*
- Ermäßigt: Ꞓ 15,50/14,50*
- Jeden Dienstag 18–21 Uhr: Ꞓ 9,50/8,50*
- Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren
* Preisinformation gültig für den Online-Vorverkauf
Rückfragen
MAK Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Judith Anna Schwarz-Jungmann (Leitung)
T +43 1 71136-213, judith.schwarz-jungmann@MAK.at
Sandra Hell-Ghignone
T +43 1 71136-212, sandra.hell-ghignone@MAK.at
KI-BEARBEITETER OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. Originaltext www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. MAK - Museum für angewandte Kunst