António Guterres über Gleichstellung der Geschlechter: Eine Machtfrage der Menschheit | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

António Guterres über Gleichstellung der Geschlechter: Eine Machtfrage der Menschheit

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In einer Zeit, in der Menschenrechte weltweit im Fokus stehen, betont António Guterres, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, dass die Gleichstellung der Geschlechter weit mehr als nur ein soziales Anliegen ist. Sie ist eine fundamentale Machtfrage, die darüber entscheidet, wer Zugang zu Ressourcen, Entscheidungsprozessen und gesellschaftlicher Teilhabe erhält. Trotz bedeutender Fortschritte bestehen weltweit nach wie vor erhebliche Disparitäten zwischen Frauen und Männern, insbesondere was politische Teilhabe, wirtschaftliche Chancen und Bildung betrifft.

Guterres macht darauf aufmerksam, dass die bestehende Ungleichheit nicht nur individuelle Schicksale beeinflusst, sondern tiefgreifende gesellschaftliche Strukturen festigt, die Innovation und nachhaltige Entwicklung behindern. Laut dem Global Gender Gap Report 2023 dauert es bei der aktuellen Entwicklungsgeschwindigkeit noch über 130 Jahre, bis eine vollständige Gleichstellung erreicht ist.

Um dem entgegenzuwirken, stellt Guterres acht entscheidende Lösungsansätze vor, die sowohl auf politischer Ebene als auch in der Zivilgesellschaft verankert werden müssen:

  1. Förderung von Bildung: Geschlechtergerechte Bildungsprogramme, die Geschlechterstereotype frühzeitig abbauen und Mädchen sowie Jungen gleiche Chancen eröffnen.
  2. Teilnahme an Entscheidungsprozessen: Erhöhung des Frauenanteils in politischen und wirtschaftlichen Führungspositionen durch Quoten und Mentoring.
  3. Wirtschaftliche Inklusion: Unterstützung weiblicher Unternehmerinnen und Ausbau von Rahmenbedingungen für gleiche Bezahlung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
  4. Bekämpfung von Gewalt: Verstärkte Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Schutzmechanismen für Betroffene.
  5. Gesundheitliche Versorgung: Zugang zu reproduktiven Gesundheitsdiensten und Förderung der psychischen Gesundheit von Frauen.
  6. Rechtliche Gleichstellung: Abschaffung diskriminierender Gesetze und Schaffung eines rechtlichen Rahmens, der Geschlechtergerechtigkeit garantiert.
  7. Medien und Kultur: Förderung eines gendergerechten Narrativs in den Medien, um stereotype Rollenbilder aufzubrechen.
  8. Männer als Partner: Einbindung von Männern und Jungen als aktive Mitgestalter der Gleichstellung durch Programme zur Bewusstseinsbildung.

Diese Ansätze verlangen eine tiefgreifende Transformation unserer sozialen und politischen Systeme. Guterres appelliert daher an Regierungen, Unternehmen und die Gesellschaft, endlich die Machtstrukturen anzupacken, die Geschlechterungleichheit aufrechterhalten. Nur so kann nachhaltige Gendergerechtigkeit erreicht werden, die zum Vorteil aller und für die globalen Ziele der Agenda 2030 unabdingbar ist.

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