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Hartnäckiger Gender-Gap bei Finanzwissen in Österreich

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In Österreich wissen Frauen im Durchschnitt 8,4 % weniger über Finanzen als Männer. Diese Lücke bleibt bestehen, obwohl allgemein das Finanzwissen in der Bevölkerung steigt. Außerdem fühlen sich Frauen oft finanziell schlechter aufgestellt. Die aktuellen Daten aus dem Austrian Survey of Financial Literacy helfen dabei zu verstehen, warum das so ist.

Besonders groß ist die Lücke bei jungen Menschen. Bei Frauen zwischen 45 und 74 Jahren ist das Wissen fast gleich mit dem der Männer. Ein Grund könnte sein, dass junge Frauen seltener dazu ermutigt werden, sich um Geldangelegenheiten zu kümmern. Sie holen das Wissen oft erst später nach.

Frauen antworten bei Wissensfragen häufig vorsichtiger, indem sie eher „ich weiß nicht“ sagen, statt zu raten. Deshalb spiegelt die Lücke vielleicht auch Unterschiede im Selbstvertrauen oder in der Art, wie geantwortet wird, wider.

Faktoren wie Einkommen, Bildung und Alter erklären den Unterschied nur zum Teil. Auch wenn Männer und Frauen gleich viel verdienen und die gleiche Bildung haben, bleibt ein Unterschied. Psychologische Gründe spielen eine Rolle: „Hätten Frauen die gleiche Risikoneigung und das gleiche Selbstvertrauen in ihr Finanzwissen wie Männer, würden wir einen um 2 Prozentpunkte geringeren Gender-Gap erwarten.“

Wer viel Finanzwissen hat, fühlt sich auch finanziell sicherer. Das finanzielle Wohlbefinden wird zum Beispiel durch Fragen zu Ersparnissen und Zufriedenheit mit der eigenen Geldsituation gemessen. Finanzbildung kann deshalb helfen, indem sie nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch das Selbstvertrauen stärkt und traditionelle Rollenbilder verändert.

Die Studien zum Finanzwissen basieren meist auf Fragebögen und zeigen nicht immer, wie gut die Menschen im Alltag mit Geld umgehen. Außerdem gibt es viele strukturelle Ungleichheiten, die besonders Frauen betreffen und hier nicht vollständig berücksichtigt werden können.

Um den Gender-Gap zu verkleinern, macht die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) neben ihrer Arbeit in der nationalen Finanzbildung auch eigene Angebote, die besonders junge Erwachsene und Frauen unterstützen:

  • My Money Guide – ein Heft für junge Erwachsene, das beim Start ins Finanzleben hilft.
  • Geldgedanken – ein neues Programm, das Frauen unterstützt, ihre Einstellung zu Geld zu ordnen und Hindernisse abzubauen.
  • Geldgespräche – neue Karten, die helfen, offener über Geld in Partnerschaften, Familien und Freundeskreis zu reden.
  • Vorsorge x Ausdauersport – eine Zusammenarbeit mit Influencern, die zeigt, wie finanzielle und gesundheitliche Vorsorge zusammenhängen. Das Angebot richtet sich vor allem an Frauen und läuft wegen Erfolg auch 2026 weiter.

Der Gender-Gap beim Finanzwissen gibt es nicht nur in Österreich, sondern auch in anderen Ländern. Deshalb gibt es auch grenzüberschreitende Projekte. Zum International Women’s Day 2026 startete das Eurosystem unter Leitung der Europäischen Zentralbank (EZB) die EuroSteps Walking Challenge. Diese Aktion verbindet körperliche Aktivität (Schritte zählen) mit kurzen Lektionen zum Thema Geld.

Mehr Informationen gibt es auf der Website zur Finanzbildung.

Zum Thema gibt es außerdem einen Beitrag im OeNB-Blog.

Rückfragen

Oesterreichische Nationalbank
Mag. Marlies Schroeder, MiM
Telefon: +43-1-404 20-6900
E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at
Website: https://www.oenb.at

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