Gehirngesundheit 2026: Mit KI starten wir eine Revolution, die dein Gehirn für immer verändert!
Die Gesundheit unseres Gehirns ist sehr wichtig für unsere Lebensqualität und dafür, wie gut wir am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Die Neurologie, also die Wissenschaft vom Nervensystem, verändert sich gerade stark: Moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), große Datenmengen (Big Data) und neue Hightech-Diagnoseverfahren führen dazu, dass Diagnose und Behandlung ganz anders werden.
Beim heutigen Pressegespräch in Wien anlässlich der ÖGN-Jahrestagung 2026 in Villach ging es darum, wie KI die Qualität der medizinischen Versorgung verbessern kann, warum Vorbeugung wichtiger ist als Reparatur und wie die technische Ausstattung im Gesundheitswesen immer mehr zunimmt. Das Motto der Tagung lautete: „Neurologie zwischen Hightech und Empathie“.
Mehr Informationen finden Sie unter www.oegn.at
Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg R. Weber, Präsident der ÖGN und Leiter der Neurologie im Klinikum Klagenfurt, sagt: „Die technologische Dynamik verändert die ärztliche Rolle. Erfahrung, Verantwortung und Empathie bekommen eine neue Bedeutung. Fortschritt soll nicht nur Prozesse optimieren, sondern Prävention stärken, die Versorgungsqualität erhöhen und den Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellen. Die neuen digitalen Entwicklungen haben zweifelsohne Potenzial, die Lebensqualität unzähliger Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern.“ KI kann also nicht nur schneller Diagnosen liefern, sondern auch helfen, Krankheiten frühzeitig zu verhindern.
Die Digitalisierung verändert langfristig, wie Medizin gemacht wird. Künstliche Intelligenz unterstützt Ärzte bald bei der Anamnese (Erfassung der Krankengeschichte), bei der Diagnostik und bei der Auswertung von Bildern wie MRT oder CT. So können genauere Vorhersagen getroffen und Behandlungen besser auf jede:n Patient:in abgestimmt werden. Laut Univ.-Prof. Dr. Roland Wiest vom Inselspital Bern: „Die Sorge vor halluzinierenden KI-Modellen ist berechtigt. Die Systeme funktionieren nicht ohne menschliche Kontrolle – aber die moderne Medizin wird künftig auch nicht mehr ohne KI auskommen.“ Damit meint er, dass KI Fehler machen kann und immer von Ärzt:innen überwacht werden muss.
Ein konkretes Beispiel aus der Steiermark: Unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Christian Enzinger wurde mit Hilfe von KI ein Programm namens RAPID-AI in allen neurologischen Abteilungen der Universitätsklinik Graz eingeführt. Dieses Programm wertet automatisch MRT- und CT-Bilder aus und hilft dem Expert:innenteam rund um die Uhr schnell und standardisiert zu entscheiden, ob eine Thrombektomie (Entfernung eines Blutgerinnsels im Gehirn) nötig ist. Dabei nutzt man das sogenannte Mismatch-Konzept, um zu erkennen, wer von einer Behandlung profitiert und wer an ein spezialisiertes Zentrum überwiesen werden sollte.
Auch neue Behandlungsmethoden entstehen durch technologische Fortschritte, zum Beispiel: gentechnisch veränderte Immunzellen oder spezielle Antikörper, die gezielt gegen neuroimmunologische Krankheiten wirken können.
Gleichzeitig sind neurologische Erkrankungen eine sehr große Belastung für Betroffene, Familien und das Gesundheitssystem. Sie sind weltweit die Hauptursache für einen Anstieg der Jahre mit Behinderung. In Österreich bekommen jedes Jahr etwa 20.000 Menschen einen Schlaganfall – das bedeutet alle 27 Minuten eine Person. Die Anzahl an Menschen mit Demenz liegt bei etwa 170.000 und steigt stetig. Für die EU-27-Staaten plus Schweiz, Island und Norwegen werden die jährlichen Kosten durch neurologische Erkrankungen auf rund 800 Milliarden Euro geschätzt – das sind dreimal mehr als die Kosten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die größte Chance sieht die ÖGN in der Vorbeugung (Prävention): „Wir wissen heute, dass mit einem gesunden Lebensstil bis zu 80 Prozent aller Schlaganfälle und bis zu 45 Prozent aller Demenzen verhindert oder verzögert werden können. Prävention ist möglich – das ist eine enorme Chance für die öffentliche Gesundheit“, erklärt Prim.a Priv.-Doz.in Dr.in Julia Ferrari, die zukünftige Präsidentin der ÖGN und Leiterin der Neurologie in Wien.
Wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung von Schlaganfällen sind Nichtrauchen, eine mediterrane Ernährung, mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche, das Halten eines gesunden Gewichts und ein geringer Alkoholkonsum. Prim.a Ferrari weist darauf hin: „Alkohol ist nun einmal ein Zellgift.“ Außerdem ist es wichtig, häufige Risikofaktoren wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Diabetes gut zu behandeln.
Auch bei Demenz gibt es große Möglichkeiten zur Prävention. Laut einem aktuellen Bericht der Lancet Commission (2024) helfen verschiedene Maßnahmen in drei Lebensphasen: Schulbildung im jungen Alter, konsequente Behandlung von Gefäßrisiken wie Bluthochdruck und Fettstoffwechselproblemen im mittleren Alter sowie frühzeitiger Einsatz von Hörgeräten, Behandlung von Depressionen und Vermeidung von Einsamkeit im höheren Alter.
Impfungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Hirnkrankheiten. Prof. Weber betont, dass der Schutz vor Hirnhaut- und Gehirnentzündungen, wie Meningitis und Enzephalitis, durch Impfungen oft unterschätzt wird. In Österreich sind Impfungen gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Haemophilus influenzae, Meningokokken und Pneumokokken besonders wichtig. Diese Krankheiten sind heute selten, weil Impfungen gut wirken. Masern-Enzephalitis kann man ebenfalls durch Impfung verhindern. Allerdings steigen 2024 die Masernfälle in Europa wieder, weil weniger Menschen geimpft sind. Auch gegen Gürtelrose (Herpes Zoster) gibt es jetzt einen Impfstoff, der eine Hirnentzündung und Gesichtslähmungen verhindert. Die ÖGN sagt daher klar: „Impfen bleibt essenziell, weil das Risiko real ist und wieder steigt“, so Prof. Weber.
Neben all der Technik bleibt aber die menschliche Einstellung der Ärzt:innen wichtig. Univ.-Prof. Dr. Johannes Fellinger vom JKU Linz sagt: „Empathie ist keine weiche Zusatzqualifikation, sondern eine zentrale Dimension ärztlicher Qualität. Vor allem Menschen mit Behinderung brauchen eine medizinische Heimat.“ Das heißt, dass Mitgefühl und Verständnis genauso wichtig sind wie Technik und Wissen.
„Die Neurologie 2026 steht für eine doppelte Verpflichtung: technologische Innovation konsequent zu nutzen und gleichzeitig Empathie, Teilhabe und Prävention als tragende Säulen einer modernen Gehirngesundheit zu stärken“, fasst Prof. Weber zusammen.
Rückfragen
com.media Agentur für Kommunikation
Mag. Dr. Karine Assadian
Geschäftsführerin
e: karine.assadian@commedia.co.at
t: +43 676 33 63 568
www.commedia.co.at
KI-BEARBEITETER OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. Originaltext www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN)