Schockierende Wendung im Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen – Steht der Ausgleichstaxfonds vor dem Aus? | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Schockierende Wendung im Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen – Steht der Ausgleichstaxfonds vor dem Aus?

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Schlagworte: Arbeitsmarkt, Behinderung, Inklusion, Sozialpolitik

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen ist sehr ernst. Im Jänner 2026 ist die Arbeitslosigkeit in dieser Gruppe um 13,9 % gestiegen. Das ist 3,6-mal mehr als der Durchschnitt aller Menschen. Insgesamt waren 17.130 Menschen mit Behinderungen arbeitslos gemeldet, also über 2.000 mehr als im Jahr davor. Besonders schwierig ist die Lage für junge Menschen mit Behinderung: Laut Statistik Austria hat jede vierte Person zwischen 15 und 24 Jahren mit Behinderung weder eine Ausbildung noch eine Arbeit. Das zeigt, dass viele junge Menschen mit Behinderung keine Chance bekommen, sich beruflich zu entwickeln.

Auch gehörlose Menschen stoßen auf große Probleme, wenn sie eine Arbeit suchen. In Österreich leben etwa 8.000 bis 10.000 gehörlose Menschen, die mit der Österreichischen Gebärdensprache barrierefrei kommunizieren. Diese Zahlen stammen vom Österreichischen Gehörlosenbund (ÖGLB), der Mikrozensus-Erhebung der Statistik Austria und vom BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben. Für gehörlose Menschen fehlen oft wichtige Informationen in einfacher und zugänglicher Form. Kommunikationshürden und andere Benachteiligungen machen es ihnen schwer, einen Arbeitsplatz zu finden oder zu behalten.

Ausgleichstaxfonds vor großen Herausforderungen

Der Ausgleichstaxfonds (ATF) ist ein wichtiges Finanzierungsinstrument, das berufliche Inklusion ermöglichen soll. Er unterstützt mehr als 210 NEBA-Projekte und andere Programme des Sozialministeriumservice in ganz Österreich. Jährlich helfen rund 2.800 Fachkräfte etwa 110.000 Menschen auf dem Weg zu Ausbildung und Arbeit.

Allerdings steigt der Bedarf an Unterstützung schneller, als der Fonds Geld bekommt. Das führt zu Problemen bei der Finanzierung dieser wichtigen Dienste.

Nachweisliche Erfolge durch den Ausgleichstaxfonds

Trotz der finanziellen Schwierigkeiten zeigen aktuelle Zahlen, wie erfolgreich die Maßnahmen sind: Von 1. Jänner bis 31. August 2025 haben 86 % der durch Arbeitsassistenz begleiteten Personen eine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden. Außerdem blieben 85 % dieser Arbeitsverhältnisse langfristig erhalten.

Diese guten Ergebnisse bestätigen, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird und die Fachkräfte gute Arbeit leisten.

Besondere Unterstützung für gehörlose und schwerhörige Menschen

Ein wichtiger Partner für gehörlose und schwerhörige Menschen ist der Verein Witaf – Seit 1865 im Dienste der Gehörlosen. Die Mitarbeiter:innen dort helfen bei allen Themen rund um Arbeit und Ausbildung. Sie unterstützen bei der Jobsuche, begleiten Klient:innen zu Terminen beim AMS und beraten bei der Einschulung sowie zur Arbeitsplatzanpassung und im Arbeitsrecht (siehe www.witaf.at/beratung-arbeit). Für viele gehörlose Menschen ist dieses Angebot der Schlüssel, um erfolgreich in Ausbildung und Beruf zu kommen und eine stabile berufliche Zukunft zu sichern.

Österreich ist durch die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet

Mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention hat Österreich sich international verpflichtet, Menschen mit Behinderungen die gleiche Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Dafür müssen passende Unterstützungsleistungen bereitgestellt werden.

Für gehörlose Menschen bedeutet das besonders, dass sie Anspruch auf barrierefreie Kommunikation in Österreichischer Gebärdensprache haben. Dazu gehören auch leicht verständliche Informationen, geeignete technische Hilfen und speziell auf die Bedürfnisse abgestimmte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen.

Die vom Ausgleichstaxfonds geförderten Maßnahmen – wie spezialisierte Arbeitsassistenz, Jobcoaching, technische Unterstützung am Arbeitsplatz und Beratung in Gebärdensprache – sind sehr wichtig dafür. Sie helfen, Kommunikationsbarrieren abzubauen und die Verpflichtungen aus der UN-Konvention im Alltag umzusetzen.

Rückfragen

Witaf Berufliche Assistenz Wien & NÖ
Mag. Elke Horner-Kocevar
Mag. Sabine Ecker
Mag. Natascha Zickbauer

Telefon: 01-2160815
E-Mail: berufliche.assistenz@witaf.at

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