Die Raumfahrt erlebt derzeit einen regelrechten Boom. Mit hunderten Satelliten und immer neuen Missionen wird der Erdorbit jedoch zunehmend zur Müllhalde. Diese Trümmerteile und ausgedienten Satelliten, auch Weltraummüll genannt, bergen erhebliche Risiken für aktive Raumfahrzeuge und Satellitennetze.
Holger Krag, Experte der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), warnt davor, dass ohne innovative Technologien und verbindliche internationale Regelungen das Problem außer Kontrolle geraten könnte. Die sogenannte Orbitalverschmutzung führt zu einer steigenden Anzahl von Kollisionen, die wiederum noch mehr Fragmente erzeugen – ein Phänomen, das als Kessler-Syndrom bekannt ist.
Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass sich etwa 128 Millionen Trümmerteile im Orbit befinden – von großen ausrangierten Satelliten bis hin zu kleinsten Farbpartikeln. Diese Objekte reisen mit Geschwindigkeiten von bis zu 28.000 km/h und können erheblichen Schaden anrichten.
Zur Lösung des Problems werden verschiedene Ansätze erforscht: Von spezialisierten RemoveDEBRIS-Missionen, die Müll aktiv einsammeln, bis hin zu neuen Regelwerken für Satellitenbetreiber, die zukünftige Einsätze sicherer und nachhaltiger gestalten sollen. Nur durch kombinierte Anstrengungen auf technologischer und politischer Ebene kann die Raumfahrt langfristig geschützt werden.
Für Maturanten bietet dieses Thema spannende Einblicke in die Schnittstellen von Raumfahrttechnik, Umweltwissenschaften und internationaler Zusammenarbeit.
Weiterführende Links
- https://www.esa.int/Space_Safety/Space_Debris
- https://www.nasa.gov/mission_pages/station/news/orbital_debris.html
- https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/auswaertiges/raumfahrtrecht-1692964
- https://www.space.com/space-debris-problem-explained