Grüne Frauen Wien/Spielmann ad Femizide: Gewaltprävention ist das Gebot der Stunde!
Die Grünen Frauen Wien unterstützen die heute stattfindende Kundgebung des österreichischen Frauenrings gegen Femizide und fordern die rot-pinke Wiener Stadtregierung angesichts der jüngsten schrecklichen Frauenmord-Serie zu verstärkten Anstrengungen im Bereich der opferschutzorientierten Täterarbeit und in der Gewaltprävention auf: „Wenn in Wien vier Frauen und ein Mädchen an einem Tag brutal ermordet werden und Wien im Bundesländervergleich Spitzenreiterin bei den Betretungsverboten ist, darf es nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben. Es braucht den politischen Willen, dem Kampf gegen Gewalt an Frauen oberste Priorität einzuräumen und Lücken im bestehenden Gewaltschutzsystem zu schließen. Die Stadt Wien muss ihrem Ruf, eine Stadt der Frauen- und Menschenrechte zu sein, gerecht werden”, fordert Frauensprecherin Viktoria Spielmann.
Aus Sicht der Grünen Wien gibt es vor allem im Bereich der opferschutzorientierten Täterarbeit dringenden Aufholbedarf. „Leider sind viele Gewalttäter mehr als einmal gewalttätig. Eine Koordinationsstelle der Stadt Wien für opferschutzorientierte Täterarbeit könnte systemische Lücken identifizieren und alle Institutionen, die mit Tätern und Betroffenen arbeiten, unterstützen. Awareness-Bildung in Form von Kampagnen, die sich vor allem an Männer richten, ist ebenso notwendig”, so Spielmann.
Auch die Präventionsarbeit soll stärker in den Vordergrund gerückt werden, fordert Spielmann: „Wir haben dank der Finanzierung des Sozialministeriums mit ‚StoP- Stadtteile ohne Partnergewalt‘ in Wien bereits ein sehr gut funktionierendes Projekt für Gewaltprävention. Mit seiner Bewusstseins- und Bildungsarbeit trägt es dazu bei, Zivilcourage in der Nachbarschaft zu stärken. Wir brauchen StoP endlich für ganz Wien und dafür ausreichend Mittel von der Stadt Wien."
Dringend notwendig ist auch die rasche Umsetzung der Gewaltambulanz in Wien. Der Startschuss für Gewaltambulanzen in der Region Süd-Ost, zu der Wien zählt, erfolgte bereits im Dezember 2023 durch eine Initiative der Bundesregierung. „Gewaltambulanzen sind deshalb wichtig, weil dort fachgerechte und opferschutzorientierte forensische Untersuchungen, Spurensicherungen sowie die Dokumentation von Gewalt durchgeführt werden und das unabhängig davon, ob ein Verfahren bereits läuft. Hier braucht es in Wien eine rasche Umsetzung", so Spielmann.
„Anders als Frauenministerin Susanne Raab bin ich der Meinung, dass ein ‚Weiter-Wie-Bisher‘ keine Option ist. Empfehlungen von Expert:innen, die seit Jahren darauf hinweisen, was getan werden muss, müssen endlich von allen politisch Verantwortlichen umgesetzt werden“, so Spielmann abschließend.
Die heutige Kundgebung des österreichischen Frauenrings findet von 10-11 Uhr am Minoritenplatz statt.
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