Disoski/Grüne zu Femiziden: Dürfen uns nie an diese Gewalt gewöhnen, müssen mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen, dagegen vorgehen | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Disoski/Grüne zu Femiziden: Dürfen uns nie an diese Gewalt gewöhnen, müssen mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen, dagegen vorgehen

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Bestürzt zeigt sich Meri Disoski, stellvertretende Klubobfrau und Frauensprecherin der Grünen, angesichts des sechsten Frauenmords innerhalb dreier Tage: „Ich bin zutiefst schockiert. Innerhalb von nur drei Tagen sind fünf Frauen und ein Mädchen von Männern aus dem Leben gerissen worden. Meine Gedanken sind bei den ermordeten Frauen. Ihren Angehörigen gilt mein Mitgefühl. Sie haben geliebte Menschen verloren. Mütter, Schwestern, Töchter, Arbeitskolleginnen und Freundinnen sind aus ihrem Leben gerissen worden und haben große, sehr schmerzhafte Lücken hinterlassen. Die mutmaßlichen Täter müssen mit allen Mitteln des Rechtsstaats zur Verantwortung gezogen werden“, sagt Disoski. 

Jede dritte Frau, jedes dritte Mädchen in Österreich ist von körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt betroffen. „Wir dürfen uns nie an diese Gewalt gewöhnen und müssen mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, dagegen vorgehen“, sagt Disoski und hält fest: „Politische Entscheidungsträger:innen aller Ebenen und aller Parteien sind gefordert, im Gewaltschutz und in der Gewaltprävention an einem Strang zu ziehen. Ob im Bund, in den Bundesländern, in den Städten oder Gemeinden: Jede und jeder muss hier einen Beitrag leisten, damit wir das bestehende Gewaltschutzangebot und gut etablierte Präventionsprojekte weiter ausbauen können.“ 

„Es ist außerdem besonders wichtig dort anzusetzen, wo diese Gewalt entsteht: Bei Männern und bei den gesellschaftlich tradierten Bildern von Männlichkeit“, hält Disoski fest. Schon den Kleinsten würde über Vorbilder, über Werbung, Filme und Medien vermittelt, dass Buben Dominanz über Mädchen und Männer Dominanz über Frauen hätten. „Wenn schon die Kleinsten diese stereotypen Vorstellungen von dominanter Männlichkeit internalisieren, müssen wir genau dort ansetzen und die Gleichheit vermitteln“, sagt Disoski.

„Jede Frau, die Gewalt erfährt, ist eine Frau zu viel. Es liegt an uns allen zu zeigen, dass Gewalt, Frauenverachtung und Sexismus in unserer Gesellschaft keinen Platz haben und nicht toleriert werden. Hören und schauen wir nicht nur hin, sondern schreiten wir ein. Ob beim sexistischen Witz am Stammtisch oder wenn die Schreie aus der Nachbarwohnung immer lauter werden“, appelliert Disoski an die Zivilcourage.

Die Frauensprecherin der Grünen wendet sich abschließend direkt an alle, die von Gewalt betroffen sind: „Sie sind nicht alleine und Sie sind nicht schuld! Bitte holen Sie sich Unterstützung, Beratung und Schutz in den Frauen- und Mädchenberatungsstellen, in den Frauenhäusern in den Gewaltschutzzentren und bei der Polizei.“ Auch appelliert Disoski an die nachbarschaftliche Zivilcourage: „Bitte schauen und hören Sie bei Gewalt in ihrer Nachbarschaft nicht weg. Ihr Einschreiten kann Leben retten.“

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