Unbefristeter Streik beim Tiefkühlproduzenten Ardo
Da die Konzern- und Geschäftsleitung der Firma Ardo Austria weiterhin nicht auf die Forderung der Belegschaft nach 200 Euro netto Lohnerhöhung eingeht, wurde jetzt der unbefristete Streik ausgerufen.
Der Betriebsrat fordert aufgrund der Teuerung und der stetig steigenden Lebenshaltungskosten eine nachhaltige Lohnerhöhung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Geschäftsführung stellt lediglich eine einmalige Prämie in Aussicht und hat zudem Gratis-Kebab angeboten.
„Gratis-Kebab lächerlich“
„Wir lassen uns sicher nicht mit einem Gratis-Kebap abspeisen. Auch nicht mit einer Einmalzahlung, die deutlich schlechter ist als unsere Forderung“, sagt dazu der Vorsitzende des Arbeiterbetriebsrats, Dietmar Breiner.
„Die Vorgangsweise des Managements ist letztklassig und eine Verhöhnung der Arbeiterinnen und Arbeiter“, ärgert sich PRO-GE-Landesgeschäftsführer Patrick Slacik.
„Wir sind verhandlungsbereit, aber niemand aus dem Management kann oder will sich mit den berechtigten Anliegen der Belegschaft ernsthaft auseinandersetzen. Das ist inakzeptabel und respektlos. Wir treten daher in unbefristeten Streik.“, so Breiner.
ÖGB Niederösterreich-Vorsitzender Markus Wieser fordert Firma Ardo Austria zu ernsthaften Verhandlungen auf
Unterstützung für den Betriebsrat und die Fachgewerkschaft PRO-GE kommt auch von ÖGB Niederösterreich-Vorsitzendem Markus Wieser: „Ernsthafte Verhandlungsbereitschaft ist jetzt auch seitens der Geschäftsleitung gefragt! Die enorme Teuerung muss durch faire Löhne ausgeglichen und kompensiert werden. Eine Einmalprämie wirkt eben nur einmal, sie hat keine langfristige Wirkung auf die derzeitige Teuerung. Die Arbeitnehmer:innen von Ardo Austria Frost leisten unter herausfordernden Bedingungen hervorragende Arbeit in der Lebensmittelverarbeitung. Sie arbeiten bei bis zu minus 22 Grad im Kühlhaus, müssen strengste Hygienevorschriften einhalten und in der Erntesaison viele Überstunden leisten. Sie haben sich deshalb einen fairen Lohn mehr als verdient!“
Heute, Mittwoch um 14 Uhr findet ein Termin für die Medien bei der Werkseinfahrt (Marchfelder Straße 2, 2301 Groß Enzersdorf) statt. Betriebsrat Dietmar Breiner steht für Interviews zur Verfügung.
Ardo ist in Österreich der Hauptproduzent von Tiefkühlgemüse. Die Arbeit in der Produktion oder im Tiefkühllager ist schwer und erfordert eine hohe Flexibilität der Beschäftigten. Am Standort in Groß-Enzersdorf wird in drei bis vier Schichten unter anderem für bekannte Marken wie Iglo und Tiefkühlprodukte für Supermarktketten wie Hofer, Billa oder Spar produziert. Rund 300 Bauern aus dem Marchfeld liefern dem Betrieb die Rohstoffe, darunter zum Beispiel Erbsen, Karotten oder Spinat.
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