Bundesjugendvertretung zu Flüchtlingstag: Obsorge ab dem ersten Tag sicherstellen
Zum morgigen Weltflüchtlingstag macht die Bundesjugendvertretung (BJV) auf die prekäre Situation von Kindern und Jugendlichen auf der Flucht aufmerksam: „Kinder und Jugendliche, die alleine auf der Flucht sind, sind großen Gefahren ausgesetzt und eine besonders vulnerable Gruppe, daher braucht es für sie sichere Fluchtrouten“, so BJV-Vorsitzender Sabir Ansari.
„Wie dramatisch die Lage für flüchtende Menschen ist, hat das jüngste Bootsunglück vor Griechenland gezeigt. Es ist ein Menschenrecht, dass Flüchtende um Asyl ansuchen können. Dieses Recht muss unabhängig vom Alter gewährt werden", ergänzt Ansari.
Obsorge-Regelung ab Tag eins notwendig
Die BJV sieht Handlungsbedarf bei der derzeitigen Situation für junge Flüchtlinge, die nach Österreich kommen. Vorsitzender Ansari betont, dass sich Österreich zu den Kinderrechten verpflichtet hat und diese auch für geflüchtete Kinder eingehalten werden müssen.
„Minderjährige Flüchtlinge müssen von Beginn an kindgerecht untergebracht und betreut werden. Es braucht endlich eine Einigung von Bund und Ländern, damit die Obsorge ab dem ersten Tag sichergestellt ist“, betont Ansari.
Derzeit gibt es nach Ankunft minderjähriger Flüchtlinge in Österreich Unsicherheit, bis die Obsorge geklärt ist. „Diese Lücke trägt auch dazu bei, dass immer wieder Kinderflüchtlinge verschwinden und Unklarheit über ihren Verbleib herrscht. Erst vergangenes Jahr gab die Regierung bekannt, dass von 5.768 Minderjährigen, die 2021 um Asyl angesucht haben, mehr als drei Viertel spurlos verschwunden sind. Das ist einfach inakzeptabel“, so die Kritik von Ansari.
Die BJV spricht sich daher für eine österreichweite Übernahme der Obsorge ab dem ersten Tag durch die Kinder- und Jugendhilfe aus. Bereits im Vorjahr gab es dazu konkretere politische Gespräche, eine Lösung steht nach wie vor aus.
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