Grüne Wien/Berner: Wieder keine Dirigentin beim Sommernachtskonzert der Philharmoniker | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Grüne Wien/Berner: Wieder keine Dirigentin beim Sommernachtskonzert der Philharmoniker

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Heute wird im Gemeinderat über die Förderung des Sommernachtskonzerts in Schönbrunn der Wiener Philharmoniker abgestimmt. Die Stadt fördert das Konzert mit 250.000 Euro, für das Konzert 2023 beantragten die Philharmoniker eine Erhöhung der Fördersumme um 20 Prozent. 

„Wie schon in den letzten Jahren ist die Förderung an keinerlei Kriterien gebunden. Daher lehnen wir Grüne den Antrag auf Förderungen heuer ab“, sagt Ursula Berner, Kultursprecherin der Grünen Wien, und weiter: „Wir wollen, dass die Stadt ihre Förderzusage an Gender-Quoten bindet. Konkret bedeutet das für das Sommernachtskonzert eine weibliche Dirigentin und auch unter den Orchester-Musiker:innen ein ausgeglichenes Verhältnis.“ 

Die Grünen Wien stellen daher heute gleichzeitig einen Antrag, endlich die Gender-Quoten in die Förderkriterien der Stadt Wien aufzunehmen: „Seit mittlerweile 25 Jahren gelten die Philharmoniker als Männerverein. Mit einem Frauenanteil von nur rund 16 Prozent unter den Musiker:innen hinken die Philharmoniker im internationalen Vergleich hinterher“, so Berner. 

In Deutschland beispielsweise beträgt laut einer Studie des deutschen Musikinformationszentrum aus dem Jahr 2021 der Frauenanteil der durch öffentliche Gelder geförderten Orchester gut 40 Prozent. Berner: „Beim diesjährigen Sommernachtskonzert wurde wieder die Chance verpasst, endlich mit einer Dirigentin zu arbeiten. Was umso trauriger ist, da die Wiener Philharmoniker angeben, das Neujahrskonzert nur mit einer Dirigentin führen zu können, wenn diese schon öfter mit ihnen zusammengearbeitet hätte. Wie aber soll das je funktionieren, wenn das Orchester jede Gelegenheit, wo so eine Zusammenarbeit möglich wäre, auslässt?“ 

Seit Beginn der Sommernachtskonzerte 2004 dirigierte noch keine einzige Frau. Auch unter den Solist:innen gab es bisher nur vier Frauen. Mit Elīna Garanča (Gesang) ist heuer die 5. Solistin seit knapp 20 Jahren dabei. 

„Best-Practice-Modelle aus anderen Ländern zeigen, wie eine Öffnung im Kunst- und Kulturbereich funktionieren kann. Wenn in der Kulturförderung Gleichstellung und Diversität nicht nur thematisiert, sondern auch gelebt werden, trägt dies auch zur Verwirklichung einer lebensnahen, diskriminierungskritischen und gerechteren Demokratie bei. Dabei sollte das Aushängeschild des Kulturtourismus, nämlich die klassische Musik und ihre Interpret:innen, mit gutem Beispiel vorangehen“, so Berner abschließend.

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