VGT-Proteste gegen SPAR reißen nicht ab: den Worten sollen Taten folgen
Wien (OTS) – Von allen Supermarktketten hat sich SPAR am allerwenigsten bereit gezeigt, den Ausstieg der österreichischen Schweinebranche aus der Haltung auf Vollspaltenboden zu unterstützen. So wollte man nicht einmal wenigstens bis 2033 komplett auf Strohschweine umsteigen. Zusätzlich konterkariert SPAR mit ständigen Aktionen für Billigfleisch jede verbesserte Tierhaltung. Beim Runden Tisch mit Tierschutzminister Rauch bekannte man sich zwar zu einer Haltungskennzeichnung, die aber von der AMA unter Ausschluss von Tierschutzorganisationen entwickelt werden sollte. Diese sieht vor, dass das mieseste Fleisch aus dem Ausland als „Basis“ bezeichnet wird und das mieseste AMA Gütesiegelfleisch als „Standard“, beides braun gefärbt. Darüber dann soll die Tierhaltung als „Gut“ bezeichnet werden, obwohl die Tiere nicht ins Freie dürfen, nicht einmal in einen Wintergarten. So schaut eine Haltungskennzeichnung aus, wenn der Tierschutz von der Mitarbeit ausgeschlossen wird!
Deshalb protestiert der VGT heute wieder vor der SPAR-Zentrale beim Europark in Salzburg. Am Wochenende gab es zusätzlich Proteste vor SPAR in Wien, Eisenstadt und Innsbruck. Zahlreiche Personen haben den VGT darüber in Kenntnis gesetzt, dass beim direkten Nachfragen in verschiedenen SPAR-Filialen die Konsument:innen falsch informiert werden, dass alles Schweinefleisch aus Strohhaltung stamme.
VGT-Obmann DDr. Martin Balluch dazu: „Auch mir wurde auf Nachfrage an der Fleischtheke in einem SPAR Supermarkt erklärt, alles Fleisch sei aus sehr guter Strohhaltung. Man darf sich doch bitte nicht wundern, dass sich niemand mehr auskennt, welches Fleisch woher stammt, wenn die Konsument:innen derart falsch informiert werden. Das einzige erkennbare Kriterium bleibt dann der Preis. Und da wird mit ständigen Fleischaktionen bei SPAR sichergestellt, dass ein wesentlicher Anteil des Frischfleischs unter dem Erzeugerpreis verkauft wird. Das schließt jede Verbesserung in der Haltung aus. Ja, SPAR verwendet diesen Schmäh sogar als Argument, leider nichts verbessern zu können, weil die Konsument:innen nicht mitziehen würden. Die Lösung ist einfach: ein Ende von Aktionsfleisch und eine der Realität entsprechende Werbung, sowie ein Verbot des Vollspaltenbodens mit verpflichtender Einstreu und doppeltem Platz, gepaart mit einer Haltungskennzeichnung, bei der der Vollspaltenboden mit rotem Trauersmiley versehen und negativ benannt wird, wie ‚schlechte Haltung‘. Wenn man die Strohhaltung als ‚gut‘ bezeichnen kann, dann wird man die Haltung auf Vollspaltenboden als ‚schlecht‘ bezeichnen können. Ansonsten besteht ja wieder zum Nachteil der Tiere eine Asymmetrie, die darauf abzielt, die Konsument:innen zu verwirren.“
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