Schieder: Facebook und Co. zerschlagen
Wien (OTS/SK) – Gestern Abend hat sich das EU-Parlament in einer Debatte über „Desinformation und die Rolle sozialer Plattformen“ ausgetauscht. „Das Blackout von Facebook, Instagram und Whatsapp am Montagabend und die gleichzeitigen Enthüllungen der Whistleblowerin Frances Haugen bereiten die Bühne, um grundsätzlich über die Rolle sozialer Medien in unserer Gesellschaft zu reflektieren und diese neu zu bewerten. Die Marktmacht einiger weniger Internetgiganten gefährdet unsere Demokratie und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagt SPÖ-EU-Abgeordneter Andreas Schieder, der sich im Sonderausschuss zu Desinformation und zur Einflussnahme aus dem Ausland INGE im EU-Parlament mit diesen Themen auseinandersetzt. ****
„Für ein Unternehmen wie Facebook zählt schlussendlich nur der Profit. Im Gerangel um Aufmerksamkeit setzen sich online deshalb zu oft Hass und Fake News durch. Am Ende zählt, was klickt. Studien und interne Dokumente belegen jetzt auch, der Algorithmus wird laufend optimiert, um polarisierende Inhalte zu verbreiten. Risiken für politische Aktivist*innen und Jugendliche – Stichwort: Essstörungen, Schönheitswahn – werden in Kauf genommen. Das Geschäftsmodell untergräbt systematisch unsere Demokratie und setzt auf die Gefährdung von jungen Menschen. Dieser Entwicklung dürfen wir nicht länger tatenlos zuschauen. Wir müssen Wege finden, um diese problematische Konzentration von wirtschaftlicher und Informationsmacht aufzubrechen“, so Schieder.
Und weiter: „Klar ist, Herr Zuckerberg wird diese Arbeit nicht für uns erledigen. Nach jedem Skandal schmeißt Facebook die PR-Maschine an und gelobt Besserung, wirklich geändert hat sich nichts. Die Selbstregulierung war von Anfang an zum Scheitern verurteilt, jetzt müssen endlich klare gesetzliche Vorgaben kommen. Als EU-Parlament fordern wir schon lange eine Offenlegung der Algorithmen. Es braucht ein Verbot von targeted advertising und die Deaktivierung von personalisierten Inhaltsempfehlungen in Newsfeeds. Langfristig müssen wir das EU-Wettbewerbsrecht grundsätzlich überdenken, um Monopole aufzubrechen und Innovation zu fördern.“ (Schluss) sc/jf
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