Kinderfreunde: Jetzt Klarheit zur bevorstehenden Schulöffnung | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Kinderfreunde: Jetzt Klarheit zur bevorstehenden Schulöffnung

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Wien (OTS) – „Am 7. Dezember sollen endlich die Schulen wieder für alle öffnen. Und schon wieder kündigt die Regierung eine Ankündigung an, bei der verlautbart werden soll, wie die Schulöffnung von statten geht. Diese unsägliche Art des Hinhaltens geht also weiter“, ärgert sich Christian Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde. Kinder und Jugendliche hätten seit Monaten einiges zu ertragen, es sei ihr Recht zu erfahren, wann sie unter welchen Umständen wieder in die Schule gehen und ihre Freundinnen und Freunde sehen könnten. Oxonitsch fordert Bildungsminister Faßmann zudem auf, diesmal nicht wieder erst am Samstag vor dem 7. Dezember zu verkünden, wie diese Wiederöffnung der Schulen aussehen soll. „Falls es einen Schichtbetrieb gibt, braucht es klare Vorgaben, wie dieser aussehen soll und wie die versäumte Lernzeit kompensiert werden soll, ohne die Kinder, Eltern oder Lehrpersonal zu überlasten“, so Oxonitsch weiter.

Bei aller wissenschaftlichen und politischen Uneinigkeit über die Rolle von Bildungseinrichtungen im Infektionsgeschehen sei es die wichtigste Aufgabe, einen sicheren Schulbesuch für alle Beteiligten zu organisieren: „Was schon zu Schulbeginn notwendig gewesen wäre, ist jetzt noch viel relevanter: ein durchgängiges und stringentes Konzept, ausreichend Schutzausrüstung sowie vermehrte und beschleunigte Tests für den gesamten Bildungsbereich“, erklärt Oxonitsch.

Dringend gefordert sei auch ein Maßnahmenpaket, mit dem sichergestellt wird, dass lernschwache Schüler*innen und jene mit geringen Deutschkenntnissen nicht weiter abgehängt werden, weil sie nicht über die Eltern verfügen, die distance learning ausreichend unterstützen können. Hier sei bisher viel versprochen, aber wenig umgesetzt worden.

Weiters fordern die Kinderfreunde die Aufstockung des psychosozialen Unterstützungspersonals das viele Kinder und Familien nicht erst seit dem Lockdown so dringend brauchen. Nicht nur an Schulpsycholog*innen, Schulsozialarbeiter*innen und Förderlehrkräften herrscht ein eklatanter Mangel, sondern auch an Kapazitäten in Kinder- und Jugendtherapieeinrichtungen und bei der personellen Ausstattung der Kinder- und Jugendhilfe (Jugendämter, Jugendwohlfahrt und deren freie Träger).

Bei den Kinder- und Jugendanwaltschaften und anderen Stellen sind zahlreiche Elternbeschwerden eingegangen über Schulen und Pädagog*innen, die im Lockdown nicht oder nicht ausreichend mit Kindern und Eltern kommuniziert haben. Hier ist Faßmann gefordert, die angekündigte Digitalisierung voranzutreiben, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Viele Schulen entwickeln sich hier vorbildlich, zahlreiche Standorte haben aber noch erheblichen Bedarf an technischer und medienpädagogischer Fortbildung. Auch bezüglich der Benutzung privater Endgeräte braucht es endlich eine Lösung für die Lehrer*innen. „Aus unserer Sicht ist es völlig unverständlich, warum man sich da so herumschwindelt, während die Wirtschaft großzügigste Lockdown-Hilfen erhält – die Bildung muss in dieser Krise nun endlich Vorrang bekommen“, so Oxonitsch abschließend.

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