„dokFilm“-Premiere zur US-Wahl: „Fake America Great Again. Wie Facebook und Co. die Demokratie gefährden“ | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

„dokFilm“-Premiere zur US-Wahl: „Fake America Great Again. Wie Facebook und Co. die Demokratie gefährden“

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Wien (OTS) – Wie gewinnt man die Präsidentenwahl? Eine Frage, die ambitionierte US-Politiker seit Bestehen der amerikanischen Demokratie beschäftigt. Wie dies 2016 dem amtierenden Präsidenten Donald Trump gelungen ist, der derzeit im Kampf um seine Wiederwahl mehr denn je auf das Mittel Populismus setzt (Details zum ORF-Programmschwerpunkt US-Wahl unter presse.ORF.at), präsentiert die „dokFilm“-Premiere am Sonntag, dem 18. Oktober 2020, um 23.05 Uhr in ORF 2: „Fake America Great Again. Wie Facebook und Co. die Demokratie gefährden“. Der brisante Dokumentarfilm von Thomas Huchon analysiert Trumps Erfolg 2016 und zeigt, dass der exzentrische Republikaner nur Teil eines viel größeren Plans war. Ins Weiße Haus kam er demnach durch ganz andere Mechanismen.

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Mit 77.000 Stimmen in drei Staaten gewann Donald Trump 2016 die US-Präsidentenwahl, obwohl er insgesamt fast drei Millionen Stimmen weniger hatte als seine Konkurrentin Hillary Clinton. Thomas Huchons Doku zeigt, dass das nicht Zufall oder Glück war, sondern das Ergebnis einer gezielten Datenanalyse. „Fake America Great Again. Wie Facebook und Co. die Demokratie gefährden“ ist der erste Film, der die Verbindung zwischen dem ultrakonservativen Investor Robert Mercer, Breitbart News, der Datenfirma Cambridge Analytica und Facebook herstellt. Und er macht klar, dass die Demokratie im digitalen Zeitalter durch Internetmanipulation bedroht ist. „Daten sind der Treibstoff unserer digitalen Gesellschaft“, wird am Anfang Computerexperte und Whistleblower Christopher Wylie zitiert. Wie aber können Daten die US-Wahl beeinflussen?

Donald Trump und Cambridge Analytica verbanden sich im Juni 2016. Bis Ende Juli hatte der Unternehmer mehr als sechs Millionen Dollar an Cambridge Analytica gezahlt. Weitere fünf Millionen sollten folgen. Wofür wurde dieses Geld ausgegeben? Für eine Taktik, die auf der Gewissheit beruhte, dass Trump keine Chance hatte, die absolute Mehrheit aller Stimmen zu gewinnen. Das Ziel war, unentschlossene Wählerinnen und Wähler zu identifizieren, die für Trump stimmen könnten – und sie dann gezielt zu beeinflussen. Dieser Plan ging auf. Cambridge Analytica setzte Methoden der „Datenmodellierung“ ein. Zentral dafür waren die Facebook-Daten von Millionen Nutzern. Das Unternehmen filterte außerdem leicht zugängliche persönliche Daten, zum Beispiel zu Alter, Einkommen, Adresse, Religion oder Waffenbesitz, aus dem Internet und glich sie mit gekauften Daten von Banken, Kreditkartenunternehmen und den anderen Social-Media-Giganten Google und Twitter ab.

Filmemacher Thomas Huchon zeigt, wie schnell Informationen – und Desinformation – im Internet viral werden. Er deckt ein Netzwerk von Akteuren auf, die mit dieser Strategie gemeinsame ideologische Ziele verfolgen. Im Mittelpunkt stehen dabei der undurchsichtige Hedgefonds-Milliardär und Informatiker Robert Mercer, der seine massive finanzielle Unterstützung für Trump geschickt verschleierte, und dessen getreuer Gehilfe Steve Bannon. Sie steuerten einen Wahlkampf, in dem es gelang, potenzielle Trump-Wählerinnen und -Wähler mit auf ihre Persönlichkeit zugeschnittenen Botschaften zu bombardieren – und das weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ist das das Ende der Demokratie mit digitalen Mitteln?

Mit den Folgen werden die USA und mit ihr der Rest der Welt noch lange zu kämpfen haben. Im schlimmsten Fall bedeuten sie das Ende der Demokratie, wie wir sie bisher kannten. Wer auf das frühe Ende der Regentschaft von Donald Trump hofft, wird nach diesem Film eher schockiert sein. Selbst wenn Trump aus dem Weißen Haus einst verschwunden sein wird, so bleiben die Finanziers und Strukturen im Hintergrund bestehen.

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