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Export-Strategie für Kärntens Eroberer

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Klagenfurt (OTS) – Kärnten ist ein Export-Bundesland: 2.500 international tätige Betriebe sichern in Kärnten über 70.000 Arbeitsplätze. Die heimischen Exporteure sind damit eine der wichtigsten Säulen der Kärntner Wirtschaft, die sich laut Außenhandelsstatistik der vergangenen Jahre höchst erfreulich entwickelt hat: Sechs von zehn Euro erwirtschaftet Kärnten außerhalb seiner Landesgrenzen und hat sich damit im Spitzenfeld der österreichischen Exporteure etabliert. „Wir schieben kontinuierlich an, haben mit der Exportoffensive ein engmaschiges und gut abgestimmtes Netz an Maßnahmen für unsere Betriebe geschaffen und uns den Erfolg hart erarbeitet“, erklärte heute Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl bei einem Pressegespräch in Klagenfurt. Rund vier Millionen Euro haben das Wirtschaftsreferat des Landes und die Wirtschaftskammer in den Jahren 2015 bis 2019 in die Offensive für die Kärntner Exportwirtschaft investiert.

Messen und Missionen
In den vergangenen Jahren haben Kammer und Land Kärnten im Rahmen der gemeinsamen Exportoffensive Benchmarks gesetzt: Als einziges Bundesland beschickt Kärnten gezielt und strategisch ausgewählte Messen in den Stärkefeldern der Kärntner Wirtschaft. Dieses Angebot haben in Summe 130 Aussteller – auch aus anderen Bundesländern – in den vergangenen fünf Jahren genutzt, um sich auf internationalen Messen bestmöglich zu positionieren. Die WK Kärnten hat in diesem Zeitraum auch 21 Wirtschaftsmissionen mit fast 300 teilnehmenden Firmen in alle Teile der Welt organisiert, die in enger Zusammenarbeit mit den dortigen Außenwirtschaftscentern potenzielle Geschäftspartner finden und Partnerschaften aufbauen können.

Export als Wissenschaft
Zudem wurden auch konkrete Angebote im Bildungsbereich entwickelt: An den im Rahmen der Exportoffensive durchgeführten Spezialseminaren haben mittlerweile 688 Personen teilgenommen. Zentrale Schwerpunkte dabei waren der Informationsaustausch im Bereich Umsatzsteuer, Zoll und Incoterms 2020. Darüber hinaus fanden gezielte Kooperationsbörsen mit dem klaren Ziel statt, heimische Unternehmen in B2B-Unternehmertreffen mit ausgewählten Nachbarregionen zu vernetzen. Fast 500 Studierende an Uni und FH haben Exportstrategien und –leitfäden erarbeitet. In Kürze wird die Fachhochschule Kärnten neben den Firmen-Begleitprojekten die Ergebnisse der Studie „Global Business Models – Export von Geschäftsmodellen“ samt Handlungsempfehlungen für Betriebe präsentieren.

Für das Jahr 2020 sind folgende Hauptaktivitäten der Wirtschaftskammer Kärnten im Rahmen der Exportoffensive geplant bzw. wurden bereits durchgeführt:

Januar
*Messe-Gruppenstand auf der Swissbau Basel 14.–18. Januar 2020 (Internationale Baufachmesse)
*Messe-Gruppenstand Klimahouse Bozen 22.–25. Januar 2020 (Fachmesse für energieeffizientes Bauen und Sanieren)
*INCOTERMS 2020 29. Januar 2020 (Informationsseminar)

Februar
* Pressekonferenz 21. Februar 2020

März
*Messe-Gruppenstand IHM München 11.-15. März 2020 (Internationale Handwerksmesse)

April
*Wirtschaftsmission Belgrad 27.-29. April 2020 (Fortsetzung der Balkanoffensive)

Mai
*Verbrauchssteuerseminar 14. Mai 2020 (Eintägiges Seminar zu zollrelevanten Themen)
*Start-up-Reise Ecosystem Slovenia 25.-26. Mai 2020

Juli
*Kärnten als Gast-Bundesland beim Jahresempfang der österreichischen Wirtschaft in München am 6. Juli 2020
*Pressekonferenz zur Veröffentlichung der Außenhandelsstatistik Kärntens 2019 (Mitte Juli 2020)

September
*Österreich-Wochen bei Galeria Kaufhof
*B2B-Kooperationsbörse im Rahmen der Holzmesse in Klagenfurt

Oktober
*Wirtschaftsmission Russland (Nizhni Novgorod) – Datum offen

November
*Messe-Gruppenstand auf Ecomondo Rimini 3.-6. November 2020 (Leitmesse im Bereich Abfallmanagement, Abfallverwertung) *Messe-Gruppenstand Electronica München 10.-13. November 2019 (Weltleitmesse für Entwicklung und Fertigung für Elektronik) *Pressekonferenz

Von der Exportoffensive zur Außenwirtschaftsstrategie
Die strategischen Zielsetzungen aus der Exportoffensive will Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig nun zu einer Außenwirtschaftsstrategie 2030 bündeln; es wird die erste eines österreichischen Bundeslandes. Schuschnig: „Wir werden damit die Erfolgsgeschichte prolongieren und den künftigen Fahrplan festlegen.“ Die Eckpfeiler für den Kärntner Export in zehn Jahren stehen bereits fest:

1. Erreichung der Waren-Export-Marke von € 10 Mrd. (derzeit € 8 Mrd.) 2. 3.000 international tätige Unternehmen in Kärnten (derzeit 2.500) 3. Weitere Differenzierung der Exportabsatz-Märkte für mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit
4. Nutzung der Digitalisierung als Exportmotor – insbesondere für Dienstleistungsexporte
5. Export und Ausbildung: wissenschaftlich fundierte Export-Begleitung und 1.000 Studierende in 130 Firmenprojekten in 10 Jahren
6. Kärnten als Nummer 1 Region im Alpen-Adria-Raum
7. Exportwirtschaft als wesentlicher Pfeiler im Standort-Marketing

Als Zeichen für das positive Image, das sich Kärnten in den vergangenen Jahren erarbeitet habe, nannte Schuschnig den Jahresempfang der österreichischen Wirtschaft in München, bei dem Kärnten Anfang Juli erstmals als Gastgeber fungiere: „Ein echtes Highlight, wo wir unsere Vorzeigebetriebe präsentieren, eine Genussmeile mit Kärntner Spezialitäten anbieten und unsere neue Standortmarke positionieren können.“

Partnerschaften pflegen
Beim aktuellen Bedrohungsszenario für die heimische Wirtschaft durch das Corona-Virus rät Meinrad Höfferer, Leiter der Abteilung Außenwirtschaft und EU, zur Zuversicht: „Unsere fünf Büros der österreichischen Außenwirtschaft in China sind bereits wieder normal besetzt, wir bemühen uns, die nötigen Informationsgrundlagen zu schaffen. Noch sind nicht alle Produktionen wieder voll angelaufen, aber das hängt teilweise auch mit dem chinesischen Neujahr zusammen. Auch in der Logistik, etwa beim Containerverkehr, wäre eine rasche Rückkehr zur Normalität wichtig. Die Behörden in China sind jedenfalls bestrebt, Sicherheit für ausländische Kunden zu schaffen.“ Grundsätzlich plädiert Höfferer dazu, Ruhe zu bewahren: „Exporteure sind mutige Unternehmer. Und jedes Zeichen, dass man eine Partnerschaft auch in herausfordernden Zeiten pflegt, wird doppelt zurückkommen.“

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